Bernhard Breitsameter (M., orange Warnweste) hat die Besucher der SPD über das Gelände des Tanklagers im Kreuzlinger Forst geführt.
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Bernhard Breitsameter (M., orange Warnweste) hat die Besucher der SPD über das Gelände des Tanklagers im Kreuzlinger Forst geführt.

Germering

Delegation der SPD erkundet Tanklager im Kreuzlinger Forst

Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion und des Ortsvereins-Vorstands haben sich bei einem Besuch des Tanklagers im Kreuzlinger Forst über die Geschichte und Zukunft der Einrichtung informiert.

Germering – Das Tanklager gehört mittlerweile der Krailling Oils Development GmbH. Betriebsleiter Bernhard Breitsameter hat die Besucher empfangen.

Einem Bericht der SPD zufolge hat Breitsameter unter anderem erzählt, dass die heutige Neue Gautinger Strasse als mögliche Start- und Landebahn für das von den Nazis errichtete Großtanklager der 1934 gegründeten wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft (Wifo) geplant worden war. Um es vor Angriffen zu schützen, sollte das Lager als Schokoladenfabrik getarnt werden. Überbleibsel aus vergangenen Zeiten ist eine Jagdhütte und ein Wildbestand an Rehen, Damhirschen, Mufflons und Wildschweinen, der regelmäßig bejagt wird.

Zur Sicherheit der Öltanks erklärte Breitsameter, dass das Tanklager auf einer mächtigen Schotterschicht aus der Würm-Eiszeit liege, die das Areal erdbebensicher macht. Die aus zwei Zentimeter dickem Stahl gebauten, zylinderförmigen Tanks liegen zehn bis 20 Meter unter der Erde und sind mit Beton ummantelt. Auf dem Areal befinden sich 24 Brunnen, deren Wasser regelmäßig untersucht wird.

Aktuell dient das Tanklager laut Breitsameter dem Management der Öl-Notreserven für den Raum München, die den Bedarf aller relevanten Einrichtungen und Institutionen für 14 Tage sicherstellen soll. Aus dem Bestand werden regelmäßig Kraftstoffe an lokale Öl-Händler und Tankstellen bis zum Münchner Flughafen verkauft und wieder aufgefüllt.

Der Tankbetrieb soll dem Betriebsleiter zufolge optimiert werden. Künftig sollen alle Kraftstoffe erst bei Abnahme gemischt werden, so dass mögliche Änderungen der gesetzlichen Vorgaben für die Beimischung von Bio-Kraftstoff sofort umgesetzt werden können.

Die Gemeinde Krailling plant zudem, die Industriemeile KIM auf ein derzeit noch aktiv genutztes Areal von Krailling Oils zu erweitern.

Derzeit wird das von Harthaus aus auf das Gelände führende Industriegleis erneuert. Der Einsatz von Gummipolstern auf Holzschwellen und bessere Gleise sollen das Rollen der Züge künftig deutlich leiser machen. Eine Einhausung zum Lärmschutz im Bereich der Nimrodstraße wird geprüft.

Um die Straße Am Forst zu entlasten, gibt es laut Breitsameter die Idee, eine neue Querverbindung zwischen der Neue Gautinger- und der Planegger Straße nördlich der Autobahn, parallel zum Industriegleis zu bauen. Das würde allerdings einen Eingriff in den schützenswerten Wald bedeuten.

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