Auf dieses Bild wird man auch heuer verzichten müssen. Maifeste bedeuten viele Menschen auf wenig Platz. Das ist in Corona-Zeiten nicht machbar. Das Foto zeigt die Maifeier der Unterpfaffenhofener Burschen im Jahr 2014.
+
Auf dieses Bild wird man auch heuer verzichten müssen. Maifeste bedeuten viele Menschen auf wenig Platz. Das ist in Corona-Zeiten nicht machbar. Das Foto zeigt die Maifeier der Unterpfaffenhofener Burschen im Jahr 2014.

Aufstellen fällt heuer aus

Der Maibaum landet jetzt beim Schreiner

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
    schließen

In Germering wird es auch heuer keinen Maibaum geben. Die Unterpfaffenhofener Burschen, die turnusmäßig an der Reihe wären, einen aufzustellen, haben das ohnehin schon aus dem letzten Jahr verschobene Maifest erneut abgesagt. Das finanzielle Risiko ist zu hoch.

Germering – Der Baum, der am ersten Mai in die Höhe gestemmt werden sollte, liegt bereits gefällt im Wald. Und nun das: „Wir haben uns in der Vorstandschaft besprochen und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir das Maibaumaufstellen nicht machen können“, sagt der Burschenvorsitzende Manuel Wilhelm. Die Situation im Mai sei bislang zu wenig vorhersehbar. „Den Maibaum und das Maifest jetzt vorzubereiten, würde nur Kosten verursachen“, sagt der Burschenchef.

Die Farbei sei relativ teuer, außerdem wird Werkzeug zum Bearbeiten des Prachtstangerls benötigt. Weitere Ausgaben fallen an für Brotzeiten und Getränke für die arbeitenden Mitglieder. Außerdem müssten auch jetzt schon Versicherung, Kran zum Aufstellen, Biertischgarnituren und Schankanlage sowie die Besorgung des Essens für die Maifeier in die Wege geleitet werden.

Das Risiko, auf diesen Kosten sitzen zu bleiben, ist dem Verein zu hoch – zumal Corona im vergangenen Jahr auch alle anderen Einnahmemöglichkeiten zunichte gemacht hat: Maifeier, Vorsilvester, das Johannifeuer am See gemeinsam mit der Kirche – alles musste abgesagt werden. Die letzte Veranstaltung der Burschen vor Corona war der Faschingsball 2020 – kurz vor der Wahl Wilhelms zum neuen Vorsitzenden und Nachfolger von Andreas Grunow.

Normalerweise wären die Burschen jetzt also allesamt mit dem Maibaum beschäftigt. Stattdessen üben sich die Vereinsmitglieder in Verzicht. Treffen finden derzeit keine statt. „Das geht allen schon sehr ab, und es kommen oft Nachfragen, wann es wieder losgeht“, sagt Wilhelm.

Im vergangenen Sommer konnte zumindest im Rahmen der geltenden Vorschriften noch ein wenig am Bauwagen des Vereins gewerkelt werden. Derzeit ist aber kaum mehr drin, als hin und wieder ein Treffen über eine Online-Plattform. Wie es nun mit der Maifeier 2022 weitergeht, steht noch nicht fest.

Die Unterpfaffenhofener wollen sich erst mit den Germeringer Burschen absprechen. Normalerweise wechseln sich die beiden Burschenschaften mit dem Ausrichten des Traditionsfestes ab. Ob man davon wegen der Pandemie nun sogar abweicht, wird sich bei den Gesprächen zeigen.

Und der bereits gefällte Baum im Wald? „Den werden wir ordentlich verarbeiten lassen“, sagt Wilhelm. Auf jeden Fall soll der Stamm nicht einfach zu Brennholz verarbeitet werden. „Wir haben ihn an einen Schreiner weitergegeben, der etwas Schönes draus machen kann“, so der Burschenchef.

Vereinssteckbrief

Gründungsjahr: 1909

Mitglieder: rund 30

Kontakt/Internet: www.unterpfaffenhofen.de

Die Serie: Die Corona-Krise hat nicht nur Sportler hart getroffen. Auch Musik-, Freizeit-, Kultur- und andere Vereine leiden an den Kontaktbeschränkungen und dem Verbot von Veranstaltungen. Der Merkur stellt sie in einer losen Serie vor. Heute geht es um die Burschenschaft Unterpfaffenhofen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare