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Sorgenvoll blickt Altrud Heinrich in die Zukunft des Deutsch-Französischen Vereins

Vorstandswahlen

Deutsch-Französicher Verein sucht neuen Chef

Germering – Drei ereignisreiche Jahre hat der Deutsch-Französische Verein Germering (DFVG) hinter sich – drei Jahre zwischen Hoffen und Bangen. Nun wählen die Mitglieder einen neuen Vorstand. Ob es Kandidaten gibt, ist offen.

„Ich habe mein Möglichstes getan.“ So wie Altrud Heinrich diesen Satz sagt, klingt es zwar nicht nach Resignation. Trotzdem wird sie nach vier Jahren als Vorsitzende des Deutsch-Französischen Vereins Germering (DFVG) bei der Jahreshauptversammlung im Februar ihr Amt niederlegen. Auch ihre beiden Stellvertreter Maximilian Kusma und Johanna Berger sowie Schriftführer Ernst Plein und Beirat Inge Mitchell treten nicht wieder an. Der Grund: „Wir sind alle zwischen 70 und 80 Jahre alt“, sagt Heinrich. Bis auf Berger, die vier Jahre im Amt war, sind alle mehr als eineinhalb Jahrzehnte in der DFVG-Vorstandsschaft aktiv gewesen.

Der Verein verliert damit auf einen Schlag viel Kompetenz und Erfahrung. Dennoch scheint die personelle Lage im DFVG hoffnungsvoller zu sein als im Frühjahr 2013. Damals stand der Verein mangels Kandidaten für den Vorstand schon einmal vor dem Aus. Heinrich ließ sich erst im Laufe der Jahreshauptversammlung zur Kandidatur überreden. Nun sind wohl einige Vorstandsmitglieder, die bisher eher in der zweiten Reihe standen, bereit, den Verein zu führen. Insgesamt muss der Vorstand aus fünf Personen bestehen. Heinrich ist zuversichtlich: „Ich hoffe sehr, dass es weiter geht. Die Zeichen stehen auf Ja“, sagt die 76-Jährige. Es wäre so wichtig, die Partnerschaften mit Städten anderer Länder aufrecht zu erhalten. „Der Verständigung und des Verstehens willen. Ob und wie die Politiker diese Gedanken umsetzen, ist die eine Sache. Gelingen muss Freundschaft den Menschen.“

Doch Partnerschaftsvereinen haben oft Probleme, Nachwuchs zu finden. In Germering hatte sich im April 2010 der Deutsch-Ungarische Verein aufgelöst. Die meisten Mitglieder des DFVG sind älter als 60 Jahre. Beim Partnerverein in Domont ist die Lage ähnlich. Oft mangelt es an Interesse zur Zusammenarbeit bei Einrichtungen vor Ort. Beim DFVG musste man das auch erfahren. Heinrich sagt: „Die Schulen pflegen ihre eigenen Verbindungen.“

Heinrich bedauert, dass sich die entsprechenden Vereine immer weniger um Städtepartnerschaften kümmern können. Gleichwohl weiß sie: „Wer Verbindungen in andere Länder und Kulturen schaffen will, macht dies individuell.“ Trotz allen Bangens und Kämpfens – die Freude am Verein und den Kontakten nach Frankreich will sich die scheidende Vorsitzende nicht nehmen lassen. „Die Partnerschaftsreise wird stattfinden“, sagt sie. Im April 2017 geht es ins Elsass. Und zwar egal, ob bei der Jahreshauptversammlung ein neuer Vorstand gewählt wird oder nicht. Gegebenenfalls werde man halt eine Abschlussfahrt machen, sagt Heinrich. „Dann können wir wenigstens sagen, dass wir einen schönen Schluss gehabt haben.“

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