Ganz schön groß: OB Andreas Haas (3.v.r.) und Andreas Robrecht (3.v.l.) präsentieren eine Luftfilteranlage in einem Klassenzimmer der Kirchenschule. Mit dabei sind (v.l.) Kinderbetreuungsreferent Johannes Landendinger, Sozialamtsleiter Martin Rattenberger, Schulreferentin Filiz Gropper-Schäftner und Kämmerer René Mroncz.
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Ganz schön groß: OB Andreas Haas (3.v.r.) und Andreas Robrecht (3.v.l.) präsentieren eine Luftfilteranlage in einem Klassenzimmer der Kirchenschule. Mit dabei sind (v.l.) Kinderbetreuungsreferent Johannes Landendinger, Sozialamtsleiter Martin Rattenberger, Schulreferentin Filiz Gropper-Schäftner und Kämmerer René Mroncz.

Germering

Die ersten Luftfilter der Schulen laufen schon

  • Klaus Greif
    VonKlaus Greif
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Die Stadt wird noch vor der kalten Jahreszeit alle Grund- und Mittelschulen, Horte und Jugendeinrichtungen mit Luftfilteranlagen ausstatten. Die ersten 24 Geräte für die Kirchenschule sind schon eingetroffen.

Germering – Damit hat die Stadt nicht gerechnet: Als Ende Juli der Hauptausschuss beschloss, 162 Luftreiniger für die Schulen zu bestellen, dachte wohl keiner, dass die Geräte vor dem Herbst eintreffen werden. Das Gegenteil war der Fall, wie OB Andreas Haas jetzt bei einer Besichtigung der ersten installierten Luftfilteranlagen in der Kirchenschule erzählte: Ende der vergangenen Woche habe das beauftragte Unternehmen mitgeteilt, dass die Lieferung beginne. Der Rest folge Schule für Schule in den kommenden Tagen und Wochen.

Dass die Lieferung passgenau für jede Schule erfolgt, liegt an der Art der Beauftragung: Um eine europaweite Ausschreibung zu umgehen, haben die Schulen als budgetierte Einrichtung die Geräte jeweils für sich bestellt.

Der erste Eindruck bei der Vorführung der Geräte gestern war durch die Bank einheitlich: Die Anlagen sind mit rund 2,30 Meter zwar unerwartet hoch, sind aber bei Betrieb fast nicht zu hören. Diese geringe Lärmemission war eine der Voraussetzungen bei der Bestellung, erinnerte Bauamtsvertreter Andreas Robrecht. Er erklärte die Funktionsweise der sogenannten Hepa-Hochleistungsfilter, die für einen bis zu 120 Quadratmeter großen Raum ausgelegt sind. Danach wird im Sockel des Gerätes, das an eine Kühl-/Gefrierkombination erinnert, die Raumluft angesaugt und mit ersten Grobfiltern gereinigt. Bevor diese Luft wieder im oberen Bereich ausgestoßen wird, durchströmt sie noch ein Hochleistungsfilter-System, in dem auch Coronaviren hängen bleiben.

Gewechselt werden müssen die Filter unterschiedlich: Die Grobfilter werden alle drei bis sechs Monate ausgetauscht, die feineren alle zwölf Monate. Zum Wechsel der letzteren muss wegen der möglichen Kontamination eine Fachfirma beauftragt werden.

Die Geräte sind aus Sicht von Robrecht sehr benutzerfreundlich: „Man braucht dafür keine Bedingungsanleitung.“ Ein Bewegungsmelder an der Vorderfront der Anlagen sorge dafür, dass sich die Geräte selber einschalten, sobald jemand im Raum ist.

Luftfilter: Die Kosten

Die Filteranlagen sorgen zwar für eine virenfreie Raumluft. Eine Lüftung der Klassenzimmer ist aber dennoch weiter notwendig, um die CO2-Konzentration nicht zu hoch werden zu lassen. Sogenannte CO2-Ampeln, die schon an allen Schulen installiert sind, zeigen an, wenn dies notwendig ist.

Die 162 bestellten Filteranlagen kosten insgesamt rund 575 000 Euro. Ein Gerät ist damit mit rund 3600 Euro weniger teuer als die erwarteten 4500 Euro. Der Freistaat bezuschusst jede Anlage mit maximal 1750 Euro. Die Stadt muss also rund 300 000 Euro selbst bezahlen.

Schulreferentin Filiz Gropper-Schäftner und Kinderbetreuungsreferent Johannes Landendinger waren von der Schnelligkeit der Lieferung ebenso beeindruckt wie OB Andreas Haas. Landendinger führte dies auf den rechtzeitigen Beschluss des Ausschusses und die effektiv arbeitende Verwaltung zurück.

Laut OB Haas hat die Stadt mit dieser Investition einen Beitrag zum Gesundheitsschutz geleistet. Dies trage dazu bei, das Risiko von Distanz- oder Wechselunterricht und Quarantänemaßnahmen zu vermindern. Im Falle von infizierten Schülern werde aber letztlich das Gesundheitsamt entscheiden, was getan werden muss.

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