Wegen der stärkeren Belastung des Alltags benötigen Familien mehr Unterstützung als in den Jahren zuvor. (Symbolfoto)
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Wegen der stärkeren Belastung des Alltags benötigen Familien mehr Unterstützung als in den Jahren zuvor. (Symbolfoto)

Unterstützung in Pandemie-Zeiten

Die Germeringer Familienpaten sind jetzt noch wichtiger als vor Corona

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die Arbeit im Projekt Familienpatenschaften des Sozialdienstes hat sich in einem Jahr Pandemie stark verändert. Wegen der stärkeren Belastung des Alltags benötigen Familien mehr Unterstützung als in den Jahren zuvor.

Germering – Das seit 13 Jahren beim Sozialdienst etablierte Ressort Familienpatenschaften richtet sich an Familien, die Unterstützung bei der Alltags- oder Haushaltsorganisation benötigen oder sich in schwierigen Lebenslagen befinden. Geleitet wird es von Isolde Kirchner-Weiß.

Gemeinsam mit ehrenamtlichen Patinnen und Paten, die von Fachkräften geschult und begleitet werden, kümmert sie sich um alle Lebensgemeinschaften mit minderjährigen Kindern, die Probleme haben. Im vergangenen Jahr unterstützen sie 15 Familien mit insgesamt 41 Kindern durch Betreuung und Förderung der Kinder, Gespräche und Formularhilfe. Sowohl Familien mit Migrationshintergrund als auch Familien mit drei und mehr Kindern waren ebenso froh über die Entlastung wie alleinerziehende Mütter.

Wie Sozialdienst-Geschäftsleiterin Sabine Brügel-Fritzen berichtet, war die Arbeit der Paten ab März 2020 nicht mehr in der Form möglich wie vorher. Im Lockdown konnten sie nicht mehr in die Familien und hielten daher über Telefon und soziale Netzwerke Kontakt zu ihren Familien. Einige beendeten ihre langjährige Tätigkeit im Patenschaftsprojekt, da sie selbst zur Risikogruppe gehören oder Angehörige nicht gefährden mochten.

Anfragen nach Patenschaften konnten erst ab Mitte Mai bearbeitet werden, da vorher keine Termine zum Kennenlernen zwischen Familie, Koordinatorin und Paten oder Patinnen möglich waren. Neun neue Patenschaften entstanden im zweiten Halbjahr.

Sobald die Kontaktbeschränkungen es zuließen, trafen die Paten ihre Familien im Freien. Sie entlasteten die Familien durch Spielplatzbesuche mit den Kindern und Hausaufgabenbetreuung im Hof der Wohnanlage unter Einhaltung der Abstandsregeln. Daran beteiligte sich auch ein neuer Pate, der einer Familie seitdem bei der Korrespondenz mit Behörden hilft. Auch Gespräche bei Spaziergängen zur Strukturierung des Alltags und Stabilisierung unterstützten Mütter in der herausfordernden Pandemiesituation.

Die Anfragen von Familien nach Patenschaften haben während der Pandemie zugenommen. Der Sozialdienst sucht daher neue Helfer, die sich gerade in dieser Zeit engagieren möchten und eine Patenschaft übernehmen wollen. Sie müssten pro Woche etwa zwei bis drei Stunden Zeit dafür haben. Während der Tätigkeit werden die Paten bei Treffen und Fortbildungen fachlich betreut. Interessenten können sich bei Isolde Kirchner-Weiß unter Telefon (0 15 23) 6 34 61 11 oder per E-Mail an familienpaten@sozialdienst-germering.de melden.

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