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Diese Krippe stimmt bis ins kleinste Detail

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Die Jahreskrippe des Schnitzkünstlers Josef Wagner, die im Vorraum von Don Bosco jetzt erstmals seit langem wieder zu sehen ist, bietet Gelegenheit zum Innehalten. Für die Wiederherstellung durch ein Krippenteam des Heimatvereins war viel Arbeit notwendig.

Germering – Die Ruhe, die die Krippenszene ausstrahlt, beeindruckt ebenso, wie die Detailtreue der Figuren. Geschaffen hat sie Josef Wagner. In über 50 Jahren hat der gelernte Tischler rund 300 Figuren selbst geschnitzt und 500 Szenen gestaltet, wie Fritz Drexler, der Vorsitzende des Förderverein für Heimatpflege, schätzt. Bis vor vier Jahren hat das Wagner akribisch und liebevoll selbst getan, ehe er aus Germering wegzog.

Dass aber die Krippe so wieder von den Kirchenbesuchern in St. Johannes Bosco besichtigt werden kann, liegt auch am feinen Gespür, der Geduld und dem Engagement von Willi Berger, Hans Lang, Herbert Schultes, Siegfried Wachter und Georg Sagmeister. Über ein Jahr lang hat das Quintett, das aus der Pfarrei Don Bosco kommt, nicht nur die vorhandenen Figuren gezählt, dokumentiert und zum Teil auch wieder restauriert. Auch die einzelnen Gewänder der Figuren mussten sorgfältig begutachtet werden.

„Wir haben uns dazu auch professionelle Hilfe geholt“, erklärte Drexler bei der Wiedereröffnung der Krippe. Xaver Kastl vom Krippenverein München unterstützte den Heimatpflegeverein aus der Großen Kreisstadt. „Sein Rat und seine Erfahrung waren uns eine große Hilfe“, so Drexler. Der Heimatpflegeverein habe so eine seiner Aufgaben erfüllen können, Tradition und heimatliche Kultur zu bewahren. Vor zwei Jahren hatte der Verein die komplette Krippe auf Initiative von Bezirksrätin Gabriele Off-Nesselhauf als Kulturgut erworben. Die CSU-Stadträtin hatte sich dafür beharrlich eingesetzt, die Krippe wieder zu zeigen, nachdem Wagner weggezogen war und sich nicht mehr persönlich um deren Ausgestaltung kümmern konnte. Auch bei der Wiederaufstellung war Wagner nicht dabei. Der jetzt über 90-Jährige lebt in einem Altersheim in Moosburg.

In dem Quintett um Berger, Lang, Schultes, Wachter und Sagmeister hat Wagner gewissermaßen würdige Verwalter seines Werkes gefunden. Rund einen Monat, so geben sie an, würde der Aufbau einer Szene in Anspruch nehmen. „Man spürt, dass alle ein tiefes Empfinden haben“, zeigte sich auch Diakon Benno Saruba als Vertreter der Stadtkirche Germering. beeindruckt und dankbar zugleich. Drexler seinerseits sprach von einer guten Zusammenarbeit von Heimatpflegeverein und Stadtkirche, an der Saruba viel Anteil habe.

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