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Während das 0rchester spielte , wurde auf einer Leinwand im Hintergrund die Geschichte stimmungsvoll bebildert. 

Sinfonisches Blasorchester

Dieses Märchen macht Kindern Lust auf Musik

So viel ist selbst auf der großen Bühne der Stadthalle selten los: Nach dem Kinderkonzert des Sinfonischen Blasorchesters (SBO) standen Eltern und ihre Sprösslinge Schlange, damit die Kleinen auf die große Pauke hauen durften. 

Germering – Oder ins Saxophon, die Trompete oder die Posaune blasen. Es war das erste Mal, dass das SBO den potenziellen Nachwuchs einfach mal die Instrumente ausprobieren ließ. Und das Interesse war riesig.

Eine Stunde lang hatten die rund 500 Zuschauer zuvor miterlebt, wie der Klang eines Instruments Tiere, Menschen und Geschichten lebendig werden lässt. Auf dem Programm stand Sergej Prokofjews musikalisches Märchen „Peter und der Wolf“, ein Stück, das auch im Schulunterricht gerne eingesetzt wird, um Kinder mit den Instrumenten eines Sinfonieorchesters vertraut zu machen.

Dass die zwitschernde Querflöte den Vogel verkörpert und die Oboe näselt wie eine Ente, dass der samtig-weiche Sound der Klarinette eine Katze darstellt und ein Trommelwirbel die Gewehrschüsse der Jäger – das verstehen schon die Kleinsten. Doch das Programm bot noch mehr. Rick Peperkamp, seit wenigen Monaten neuer Dirigent des SBO, hatte mit seinen Musikern einige Raritäten einstudiert – darunter ein ebenso ulkiges wie unbekanntes Intermezzo für Posaune und Blasorchester mit dem Titel „Quaki Quak“.

Richtig, auch hier verkörpert das Soloinstrument ein Tier. Peperkamp griff selbst zur Posaune, schlüpfte in einen grünen Frosch-Umhang und verließ spielenderweise gar die Bühne, um die Zuschauer zu amüsieren. Der 28-jährige Niederländer hatte sich eigens auf die Suche gemacht, um passende Stücke für das Kinderkonzert zu finden.

Eine weitere Perle: „Der alte Brummbär“ von Julius Fucik, ein kurzes Werk mit Solo-Fagott. „Die Orchesterbearbeitung habe ich auf einem Flohmarkt in Bern gefunden“, so Peperkamp. Fast geschockt sei er gewesen, solche Musik zwischen Gerümpel zu entdecken. Originelle Sounds entstanden außerdem mit Hilfe von Sandpapier in den „Sandpaper Ballads“, einem Broadway-Stück aus den 1930er Jahren.

Kein Wunder also, dass es nach so viel toller Musik kein Halten gab und viele das Angebot von Moderatorin Kerstin Gottschling gerne annahmen. „Ihr könnt in alle Instrumente mal reinpusten.“ Das Ganze war als Rallye gestaltet – wer eine Mindestzahl an Instrumenten ausprobiert hatte, durfte zur Belohnung in die Süßigkeitenkiste greifen.

SBO-Vorsitzender Christian Schweikhard gab sich trotz des Ansturms keinen Illusionen hin. Seiner Erfahrung nach halten von zehn Anfängern vielleicht zwei lange genug durch, um später mal im Jugendorchester zu spielen. „Es ist zunächst Begeisterung da, aber wenn es ans Üben und ans Bezahlen geht, kann sich das schnell ändern.“

Um den Kids den Einstieg zu erleichtern und den Eltern die Sorge zu nehmen, dass teuer angeschaffte Instrumente nach kurzer Zeit in der Ecke landen, bietet das Sinfonische Blasorchester für die ersten Jahre Leihinstrumente an. Im Jugendorchester klaffen derzeit allerdings einige Lücken, weil etliche Mitglieder zu den Großen aufgestiegen sind. Mit Aktionen wie dem Kinderkonzert soll die Jugendarbeit intensiviert werden. Auch mit den Bläserklassen an zwei Germeringer Schulen arbeitet das Blasorchester eng zusammen. (os)

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