Vor dem Patrozinium

Don Bosco würde heute auch so handeln

Germering – Die Pfarrei St. Johannes Bosco gedenkt am Sonntag ihres Namensgebers. Der heilige Don Bosco hatte ein Herz für Jugendliche. Im Italien der 1850er-Jahre half er denjenigen, die auf die schiefe Bahn geraten waren. Wir haben Kaplan Alois Emsländer gefragt, wie Don Bosco heute Jugendlichen helfen würde.

Wie würden Sie auf diese Frage antworten – wenn Sie Ihnen gestellt würde? Vielleicht geht es Ihnen nun wie mir – ich komme erst einmal ins Überlegen, wie Don Bosco denn zu seiner Zeit Jugendlichen geholfen hat. Welche Mittel und Wege hat er damals gewählt?

Ich greife zu einem Buch mit der Lebensbeschreibung des Heiligen und siehe da: die Pädagogik des schon lange verstorbenen Johannes Bosco (1815-1888), sie ist aktueller denn je, so scheint es mir. In zehn Punkten will ich kurz das Handeln Don Boscos – damals wie auch heute - beschreiben: Es braucht zuerst einmal Liebe, Güte und Respekt im Umgang mit Jugendlichen. Sie merken ganz schnell, ob man sie mag, oder eben nicht. Kontakt auf Augenhöhe und das ernst nehmen des Gegenübers, sind unausweichlich.

Dann braucht es einen Blick auf den guten Kern jedes Menschen. Kinder und Jugendliche werden

nicht als schlechte oder gescheiterte Menschen geboren – nein – sie werden dazu gemacht, weil sich niemand richtig um sie kümmert. Wer sich wirklich auf einen Jugendlichen einlässt, der entdeckt auch die guten Eigenschaften.

Das „Kümmern“ um den Jugendlichen, es soll alle Bereiche umfassen, so sagt es Don Bosco. Es geht also um Schule, Freizeit, Religion, aber auch um die persönliche Lebensplanung und den Lebensweg des Einzelnen.

Wer auf die schiefe Bahn geraten ist, um den ist es oft einsam. Gerade da braucht es die Erfahrung von Gemeinschaft, von gewaltfreier Konfliktlösung und das „gebraucht werden“ von anderen. Auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen: das Feiern und Leben genießen, es soll helfen, den rechten Weg wieder neu in den Blick zu nehmen und mit Mut und Kraft neu anzupacken.

Die Religion als eine Möglichkeit der Lebensbegleitung anbieten, ist ein weiterer Punkt. Sicher aber nicht mit Zwang, denn Glaube braucht immer die freie Zustimmung. Regeln und Maßnahmen bei Regelüberschreitung: auch das finden wir in der Pädagogik von Johannes Bosco. Ohne Vorschriften geht es nicht. Wichtig ist aber, dass die Regeln verständlich und klar sind. Maßnahmen bei Regelübertritten sollen die Einsicht fördern – niemals mit Gewalt oder Beschimpfung.

Und dann geht es Don Bosco noch um Vorbilder. Die Begleiter der Jugendlichen sollen vorleben, was sie zu vermitteln versuchen. Das schließt auch ein, dass sich die „Don Boscos unserer Zeit“ immer wieder fortbilden und im Austausch bleiben – gerade auch mit den Jugendlichen, die sie begleiten.

Ich meine, die Herangehensweise und das Handeln des heiligen Johannes Bosco, es ist tatsächlich auch heute noch gültig und unübertroffen. Ich bin der festen Überzeugung, Don Bosco würde im Jahr 2017 genauso handeln, wie vor 200 Jahren. Mögen sich auch unsere Jugendlichen verändert haben, ebenso wie die Probleme und Gefahren der „schiefen Bahn“, die es aber trotzdem noch gibt.

Ich wünsche unserer Zeit viele Menschen mit dem Geist Don Boscos, die mit Liebe und Offenheit auf die Jugend zugehen. Die sie ganzheitlich begleiten, Spaß und Leben teilen, Regeln und Grenzen setzen und doch im Dialog bleiben. Ich meine, das wäre ganz im Sinne Don Boscos – auch 2017!

Patrozinium

Die Pfarrei St. Johannes Bosco feiert das Patrozinium am Sonntag, 29. Januar, mit einem Fest- und Familiengottesdienst, der um 11 Uhr beginnt. Im Mittelpunkt steht eine Episode aus dem Leben des Heiligen: „Don Bosco und der Ausflug der Gefangenen“. Im Anschluss an den Gottesdienst, den der Don-Bosco- Chor der Pfarrei musikalisch gestaltet, besteht die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Mittagessen im Pfarrzentrum. In den Jugendräumen des Pfarrzentrums backt die Pfarrjugend mit allen anwesenden Kindern gemeinsam Pizza, begleitet von einem Vergnügungs- und Spieleprogramm. Um 15 Uhr öffnet das Café mit einem großen Kuchenbüffet. (Von Alois Emslander)

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