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Drei Stunden warten auf den Corona-Pieks

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Mobile Impfaktion am Volksfestplatz Germering
Der Andrang war riesig: Wer sich am Samstag am Volksfestplatz impfen lasen wollte, musste bis zu drei Stunden warten. © Peter Weber

Drei Stunden Wartezeit: So lange mussten sich die rund 400 Interessenten bei der von den Maltesern durchgeführten mobilen Corona-Impfung des Landkreises am Samstag auf dem Volksfestplatz Germering gedulden. Die klare Mehrheit, die Malteser schätzen die Zahl auf 80 Prozent, waren wegen der Booster-Impfung gekommen.

Dies in den Abend hinein 300 Dosen verimpft wurden. Der Rest verteilte sich auf Erst- und Zweitimpfung. Diese Personen kamen überwiegend des größer gewordenen Drucks auf Ungeimpfte. Dies räumte beispielsweise Sinferosa Mayr ein, die sich für ihre Erstimpfung bereits um 8.30 Uhr in die Reihe gestellt hatte. „Ich habe in der Arbeit schon Schwierigkeiten bekommen und auch von manchen Freunden bin ich nicht mehr eingeladen worden“, erzählt sie. Sie sei also schon unter einem gewissen Druck zum Volksfestplatz gekommen. Die lange Wartezeit half nicht, ihre persönliche Zurückhaltung gegenüber der Impfung abzubauen. „Man hätte es besser organisieren können“, erklärte sie zusätzlich.

Eine latent bemerkbare Unruhe unter den Wartenden spürte auch Thomas Rapp, Kreis-Geschäftsführer der Malteser, der mit zwölf Ehrenamtlichen vor Ort war. Den ein oder anderen Ungeduldigen habe man schon beruhigen müssen, räumte Rapp ein, fügte aber hinzu: „So sind’s halt, die Leut’.“

Malteser verteilen Tee und Kaffee an de Wartenden

Rapps Anmerkung, das viele einfach so ohne Voranmeldung gekommen seien, kann als Hinweis für manche Verzögerung gelten. Im Vorfeld war darum gebeten worden, sich über das Impfzentrum registrieren zu lassen. Das Impfzentrum war es auch, dass den Malteser Hilfsdienst um Unterstützung gebeten hatte. Die hatte die Organisation auch insofern bei den Wartenden geleistet, als warme Getränke wie Kaffee oder Tee bereit gehalten hatte.

Dennoch monierte auch Christina Prinz die lange Wartezeit, die sie ebenfalls für eine Erstimpfung aushalten musste. „Drei Stunden in dieser Kälte, das zieht sich schon“, sagte sie, nachdem sie die ganze Prozedur von Warten, Anmelden, Impfen und Ruhezeit hinter sich gebracht hatte – mit gewissen Zweifeln. „Vor allem wegen der Nebenwirkungen“, betont Prinz. Erleichtert den ersten Schritt zu einer kompletten Corona-Impfung getan zu haben, sei sie aber ebenso. Sie habe das auf sich genommen, weil sie eine Reise zu planen habe.

Etwas weiter ist Robert Peter, der sich wegen der Zweit-impfung in die Warteschlange eingereiht hatte. Für die kühlen Temperaturen habe er sich gut vorbereitet. „Ich bin gut eingepackt“, ließ er wissen. An seiner Arbeitsstelle im IT-Bereich sehe man das mit den Impfungen relativ entspannt. Es werde jedenfalls kein Druck aufgebaut. Er wolle so gut wie möglich geschützt unterwegs sein, betonte Peter. Das gelte ebenso für seine Freizeit, in der gerne Sport betreibt.

In der Schlange kommt man ins Ratschen

Peter berichtet auch von einem Nebeneffekt der langen Wartzeit. „Man ist miteinander ins Ratschen gekommen“, sagt Peter. Das habe einem geholfen die Zeit ein wenig zu vertreiben. Manch andere hatten es mit Gymnastikübungen versucht, sich warmzuhalten.

Die Polizei zeigte im Rahmen ihrer Streifen immer wieder Präsenz. Und um dem Besucheranstrom Herr zu werden, war auf der zweiten Hälfte des Volksfestplatzes Parkraum freigehalten worden.

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