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Der Familie um Anja und Marek Menzel mit den Zwillingen Alessia und Elias (11) und Sohn Louis, droht Ende August die Zwangsräumung. Die Familie ist verzweifelt und hofft jetzt, noch eine Bleibe zu finden.

Drohende Zwangsräumung

Wird Familie Menzel bald obdachlos?

Die Kündigung ihrer Wohnung traf sie wie aus heiterem Himmel. Ende August droht einer Germeringer Familie die Zwangsräumung. Nun hoffen die fünf auf Hilfe in letzter Minute.

Germering – Bei Familie Menzel liegen die Nerven blank. Anja und Marek Menzel wohnen mit ihren drei Kindern seit sechs Jahren in einem Reihenhaus zur Miete, die Eltern leben seit 22 Jahren in Germering. Ende August müssen sie ihr Domizil verlassen, sonst droht ihnen die Zwangsräumung. Je näher der Termin rückt, umso verzweifelter werden sie.

Auch die Zwillinge Alessia und Elias (11) und Sohn Louis (15) spüren die Unruhe der Eltern und machen sich Sorgen um ihre Zukunft. „Als wir ihnen sagten, dass wir Ende des Monats aus der Wohnung raus müssen, sind sie in Tränen ausgebrochen“, sagt Mama Anja Menzel (46). „Unser Vermieter hat uns im September 2016 per Einschreiben durch seinen Anwalt mitgeteilt, dass er uns wegen Eigenbedarf kündigt“, erzählt der 45-jährige Familienvater.

Familie Menzel sucht vergebens eine Wohnung in Germering oder Bruck

Seither suchen er und seine Frau händeringend nach einer bezahlbaren Vier- bis Fünf-Zimmer-Wohnung oder einem kleinen Häuschen im Raum Germering-Fürstenfeldbruck. Beide sind berufstätig und sie könnten eine Kaltmiete von 1300 Euro aufbringen, sprich eine Wohnung mit 1600 Euro Warmmiete bezahlen.

Sie nahmen schnell Kontakt mit dem Münchner Mieterschutzbund auf. Dort riet man dem Paar, „erst einmal abzuwarten und die Füße ruhig zu halten“. Natürlich will die Familie Menzel dem Vermieter sein Eigentum nicht streitig machen: „Wir sind grundehrliche Menschen und dass wir ausziehen müssen, steht für uns außer Frage und gar nicht zur Diskussion“, beteuert der Familienvater. Doch bisher verliefen sämtliche Bemühungen, mit drei Kindern eine Wohnung zu finden, im Sande.

Anja und Marek Menzel sind verzweifelt, die Situation belastet sie sehr

„Sobald die Vermieter hören, dass wir drei Kinder haben und auch in eine Vierzimmerwohnung einziehen würden, rennen wir gegen Mauern und werden schief angeschaut, falls wir überhaupt Antworten auf unsere zahlreichen Bewerbungen bekommen“, klagt Anja Menzel. Sie haben längst auch bei der Stadt angefragt, ob die Möglichkeit besteht, eine Sozialwohnung zu beziehen. „Doch auf der Warteliste sind 250 Familien vor uns und derzeit ist keine einzige Wohnung frei“, wissen die Menzels, deren Hoffnung auf eine Wohnung Tag für Tag schwindet.

„Der Wohnungsmarkt im Ballungsraum München ist wie leergefegt – auf die wenigen halbwegs bezahlbaren Angebote stürzen sich Hunderte von Bewerbern. Wir sind verzweifelt, die ganze Situation macht uns einfach nur noch fertig“, sagen die Eltern. Die Familie ist bestens integriert und verwurzelt. Die Kinder besuchen die nahe Kerschensteiner und die Realschule. Elias und Alessia sind im SC Unterpfaffenhofen aktiv, Louis ist Mitglied im TSV. Marek Menzel ist seit 2012 Mitglied in der Chorgemeinschaft Unterpfaffenhofen-Germering und stellvertretender Vorsitzender der Sänger. „Die Chorgemeinschaft steht mit rund 60 Mitgliedern hinter uns und sie sind uns eine große Hilfe und Stütze in dieser schweren Zeit – auch Freunde und Bekannte sind alarmiert und wollen uns helfen“, sagt Marek Menzel.

Die drei Kinder können keine unbeschwerten Sommerferien verbringen

Zahlreiche Kartons hat die Familie schon für den Ernstfall eingelagert. Doch die Verzweiflung der Familie nimmt mehr und mehr Raum ein, zehrt Tag für Tag mehr an den Nerven der Eltern und Kinder: „Wir sitzen auf gepackten Koffern. Die Aussicht, ab September obdachlos zu sein, raubt uns den Schlaf“, sagt Anja Menzel. „Wir haben immer pünktlich die Miete bezahlt und vieles im Haus renoviert, schließlich bin ich als gelernter Schlosser handwerklich geschickt“, beteuert der Familienvater.

Sein Sohn Louis verbringt bei seiner Oma im Osten Deutschlands ein paar unbeschwerte Ferientage, derweil helfen die Zwillinge beim Packen der Umzugskartons. Unbeschwerte Sommerferien schauen anders aus. „Wir wünschen uns, dass wir diesen Albtraum bald hinter uns haben und wir für unsere Kinder und uns so bald wie möglich ein neues Zuhause finden.“ Familie Menzel ist verzweifelt und hofft nun sehnlichst auf Unterstützung.

von Angi Kiener  

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