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Die Feuerwehr arbeitete in Gefahrgut-Anzügen. 

In Germering

E 605 im Garten: Großeinsatz wegen Pflanzengift

Bei einem etwas kurios anmutenden Vorfall mit dem verbotenen Pflanzengift E 605 am Dienstag in Germering ist eine 38-Jährige verletzt worden. Die Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an.

Germering– Ein älterer Herr reinigte am Nachmittag in seinem Garten ein altes Fass, wie die Polizei auf Nachfrage berichtete. Er schüttete den Inhalt auf den Boden und wusch es aus. In diesem Fass aber muss noch etwa ein Liter des Pflanzengiftes E605 aus Altbeständen gewesen sein – und eine Anwohnerin kam damit in Berührung. Stunden später, am Abend, klagte die 38-Jährige über Schmerzen in der Lunge und im Bauchraum.

Die Frau wurde ins Krankenhaus gebracht – und für die Feuerwehr begann ein Großeinsatz wegen des Austritts von Gefahrstoffen. Weil der Boden gefroren war, blieb das Gift an der Oberfläche und konnte damit relativ einfach gesichert werden. Sonst hätte womöglich das Erdreich abgetragen werden müssen. Für die ordnungsgemäße Entsorgung des im Volksmund auch „Schwiegermuttergifts“ genannten Stoffes wurde das Fürstenfeldbrucker Landratsamt eingeschaltet.

Die Feuerwehr Unterpfaffenhofen baute vor Ort einen Dekontaminationsplatz auf, um die Kameraden, die im Einsatz waren, säubern zu können, wie die Wehr berichtete. Aufgestellt wurde wegen der niedrigen Temperaturen auch das beheizbare Schnelleinsatz-Zelt, in dem die Feuerwehrleute sich aufwärmen konnten. Der Einsatz dauerte rund 3,5 Stunden, wie die Feuerwehr berichtete. Vor Ort waren Helfer der Feuerwehr Germering, Unterpfaffenhofen, Gröbenzell, Geiselbullach (Gefahrgutzug) und die Kreisbrandinspektion sowie die Polizei und Rettungskräfte.

Zeitgleich mit dem Einsatz hatten sich zahlreiche Feuerwehrleute im Fürstenfeldbrucker Landratsamt getroffen. Dort wurden verdiente Kameraden geehrt (Bericht folgt).  st

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Da war die Erstmeldung vom Dienstagabend.



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