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Die Kleiderkammer des Helferkreises hat im Rahmen des ökumenischen Adventskalenders die Besucher mit Glühwein und Platzerl überrascht (oben v. l.): Papa Jude mit seinen beiden Kindern, Dorothea Licht und Frauke Schirmacher vom Helferkreis, Angela aus Nigeria, Kerstin Wipplinger (Helferkreis) und Moussa Diouf. Diouf flüchtete aus dem Senegal. Seit drei Jahren lebt er in Germering. Er schaut regelmäßig in der Kleiderkammer vorbei. „Moussa ist mittlerweile zu unserem unentbehrlichen Dolmetscher geworden“, erklärt Helferin Dorothea Licht (linkes Bild mit Diouf). 

Jesus-Christus-Kirche

Ein Adventskalender zum Mitmachen

Ein ganz besonderes Türchen öffnete sich am Montag im Rahmen des Ökumenischen Adventskalenders: Der Helferkreis beschenkte die Besucher der Kleiderkammer nicht nur mit Winterbekleidung, sondern auch mit Glühwein, Tee, Kaffee und Platzerl.

Germering – Draußen vor der Jesus-Christus-Kirche brannten die Holzscheitl in einer Feuerschale. Die Asylhelfer hatten alles vorbereitet für ihr spezielles Adventskalender-Türl. Es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Besucher einfanden. Das Feuer wärmte nicht nur die kalten Hände und Füße, sondern ganz besonders auch die Herzen der Flüchtlinge.

Jürgen Wrede von der evangelischen und Theo Kreis von der katholischen Gemeinde hatten vor knapp zwei Jahrzehnten die Idee zum ökumenischen Adventskalender. „Es ist doch eigentlich ganz einfach: Man gibt etwas und bekommt etwas zurück“, brachte es Wrede auf den Punkt. An diesem Abend waren es die strahlenden Gesichter der Flüchtlinge, die den Helfern das Herz wärmten.

Frauke Schirmacher und Kerstin Wipplinger vom Helferkreis sorgten dafür, dass dieser Versuchsballon überhaupt starten konnte: Sie hatten die Getränke, Plätzchen und das Feuerholz organisiert. Dann bewirteten sie die Gäste während der regulären Öffnungszeit der Kleiderkammer.

Moussa Diouf lebt seit drei Jahren in der Großen Kreisstadt. Nach seiner Flucht aus dem Senegal suchte auch er in der Kleiderkammer nach dem Nötigsten und fand dort Unterstützung. „Mir wurde hier von Herzen gern geholfen“, erzählt er. Heute gehört er quasi mit zum Team: „Er hilft dabei, Kleidung aus den obersten Regalen zu holen und er ist ein unentbehrlicher Dolmetscher“, sagt Helferin Dorothea Licht.

„Wir brauchen immer gut erhaltene Winterbekleidung, aber möglichst keine dicken Wollsachen oder Fleecepullis, das kennen unsere Kunden nicht, das bleibt bei uns erfahrungsgemäß liegen“, erzählt Frauke Schirmacher. Zur Zeit benötigt die Kleiderkammer dringend gut erhaltene Winterjacken, Schals, Mützen oder Handschuhe. „Die Sachen werden gegen einen Obolus von 50 Cent pro Stück an die Flüchtlinge abgegeben, damit sie auch wissen, dass die Spenden etwas wert und nicht selbstverständlich sind“, erklärt Kerstin Wipplinger das System des Gebens und Nehmens. Gebraucht werden auch Sachspenden wie Toaster, Wasserkocher, Schlittschuhe oder Fahrräder. Die Sachen können jeden Montag von 15.30 bis 16 Uhr oder freitags von 10 bis 10.30 in der Kleiderkammer abgegeben werden. (akk)

Die letzten Türchen

Der Ökumenische Adventskalender hat bis zum Heiligen Abend noch folgende Türchen, die man jeweils von 16 bis 18 Uhr besuchen kann: Am heutigen Mittwoch lädt Pastor Scheitacker zu sich (Hartstraße 50/6. Stock), am Donnerstag ist Familie Eichhorn/Gruber Gastgeber (An der Biberwiese 19). Am Samstag lädt Familie Blumenthal (Krippfeldstraße 1) ein. Und an Heiligabend sind die Germeringer Kirchentüren geöffnet.

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