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Modell-Eisenbahn-Austellung

Ein Bahnhof verbindet zwei Orte

Er war das erste gemeinsame Gebäude der beiden früheren Ortsteile Germering und Unterpaffenhofen: 1903 wurde der Bahnof gebaut. Ein Modell konnten rund 800 Besucher bei der Modelleisenbahn-Ausstellung bewundern.

Germering Ein Stück guter Stadtgeschichte ist der Bahnhof. Bei seiner Eröffnung vor 115 Jahren hieß er Unterpfaffenhofen-Germering. Im Jahr 1992 wurden die Namen auf Wunsch der Stadt gedreht, hat Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl herausgefunden.

Der Blick auf das von Elmar Schulte geschaffene Modell des Bahnhofs von 1903 weckte bei Oberbürgermeister Andreas Haas keine wehmütige Erinnerung an gute alte Zeiten: „Jede Stadt lebt von Veränderungen“, sagte er bei der Modelleisenbahn-Ausstellung. Gleichwohl stellt das Modell eine Verbindung zwischen den Jahrhunderten her. So erinnerte Haas daran, dass viele Planer ihre Entwürfe beim Wettbewerb um die Neugestaltung des nördlichen Bahnhofs an das alte Gebäude angelehnt hätten. „Das ist ein sehr sensibler Umgang mit der Geschichte des Bahnhofs.“ Schließlich war er das erste gemeinsame Gebäude der Ortsteile Germering und Unterpfaffenhofen.

Ein Bahnhof, an dem sich täglich so viele Menschen bewegen, habe es verdient, so aufgewertet zu werden, fand auch Elmar Schulte. Bereits im Vorjahr hatte er angekündigt, das Modell bauen zu wollen. Nun ließ er Taten folgen: Dafür hat Schulte das bestehende Gebäude nicht nur vor Ort in Augenschein genommen, sondern auch am Computer einzelne Perspektiven erstellt. Satellitenfotos und Ansichtskarten aus dem Stadtarchiv halfen ihm dabei. Um eine realistischere Wirkung zu erzielen, verwendete Schulte die originale Fassadenfarbe und tönte sie ein bisschen.

Dass nicht immer alles streng maßstabsgetreu gestaltet werden konnte, weiß auch Bodo Pietsch, der Vorsitzende der Modelleisenbahn-Gemeinschaft. Zwar lege man üblicherweise den Maßstab 1:87 an. „Aber manchmal muss man etwas verändern, um die Proportionen optisch besser darstellen zu können.“ So würden Details wie Waggons oder Autos vom Maßstab abweichen.

Ein Problem, das Heinz-Jochen Hirschbrunn mit seiner Gartenbahn nicht hat. Seit 22 Jahren lässt er Waggons im Maxiformat durch seinen Garten fahren. „Sechs Stunden braucht es, bis alles komplett aufgebaut ist“, erzählte er. So bleibt seine Modellbahn länger im Freien stehen. „Die muss dann Wind und Wetter aushalten“, sagte Hirschbrunn. Daher konnten die Besucher der Modelleisenbahn-Ausstellung auch die im letzten Herbst entstandenen Sturmschäden an Gebäuden besichtigen. „Alles original aus dem Leben eben.“ (hk)

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