In Germering

Einbrecher verriegelt Wohnung von innen mit Sperrkette

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Das Zeitfenster ist für den Einbrecher groß genug gewesen. Es ist Donnerstagabend. Die Sonne geht um diese Jahreszeit gegen 18 Uhr unter. Eine Germeringerin kommt um 20 Uhr nach Hause.

Germering –  Nur zweieinhalb Stunden ist sie unterwegs gewesen. Als die Rentnerin die Tür zu ihrer Erdgeschoss-Wohnung in der Friedlandstraße aufsperren will, erlebt sie eine böse Überraschung. Die Tür klemmt. Die Sperrkette wurde von innen eingehängt. Ein Einbrecher hat sie aus ihrer eigenen Wohnung gesperrt. Die Polizei vermutet später, dass der oder die Unbekannten nicht von der Wohnungsinhaberin überrascht werden wollten.

Andreas Ruch von der Germeringer Polizei. Foto: Archiv


Im Polizeijargon nennt man November, Dezember, Januar und Februar die dunklen Monate. Schließlich geht Anfang und Ende des Jahres die Sonne früh unter und spät auf. Einbrecher haben es in dieser Zeit leichter, um unbemerkt in Häuser oder Wohnungen zu steigen. Nun ist März, der erste helle Monat. Doch Andreas Ruch von der Germeringer Polizei sagt: „Die Einbruchszeit ist nicht vorüber.“ Das Thema werde die Polizei weiterhin beschäftigen.

Beim jüngsten Vorfall am Donnerstagabend ist der Einbrecher schneller als die Polizei. Zwar läuft die Rentnerin sofort zu ihrer Nachbarin und kann von deren Wohnung aus erkennen, dass die Terrassentür ihrer Erdgeschoßwohnung offensteht. Sie ruft die Polizei. Doch die Beamten können nur noch feststellen, dass der Unbekannte die Terrassentür gewaltsam aufgebrochen hat. Außerdem stahl er 300 Euro Bargeld aus dem Nachttisch der Rentnerin.

Für das Opfer ist der Vorfall damit noch lange nicht vorbei. Wegen des Einbruchs hat sie Angst bekommen. „Sie ist fix und foxi“, sagt Ruch. Aufgrund dessen und weil die Polizei erst am Freitagmorgen die Spuren sichert, hat sie die Nacht lieber bei der Nachbarin verbracht.

Zwar kommt es im Stadtgebiet immer wieder vor, dass in Häuser und Wohnungen eingebrochen wird. Doch nach Angaben der Polizei sind die Zahlen keineswegs auffällig im bayernweiten Vergleich. Germering ist wie der Rest des Freistaates sehr sicher.

Dennoch möchte Polizist Andreas Ruch die Menschen sensibilisieren für das Thema. „80 Prozent aller Einbrecher kommen über die Terrassen- oder Balkontür“, sagt er. Nur eine Minderheit würde versuchen, die Haustür aufzubrechen. Dagegen seien gekippte Fenster oder Türen für einen Einbrecher „wie eine Einladung“. Geübte Einbrecher würden nur ein paar Minuten brauchen, um ins Haus oder die Wohnung zu gelangen. Außerdem seien sie dabei sehr leise.

Meistens handle es sich um dunkel gekleidete Männer. Ruch sagt, wer beobachte, wie jemand über den Gartenzaun steige, solle umgehend die Polizei rufen. „Wir kommen sofort.“ Nur so hätten die Beamten eine Chance, den Einbrecher auf frischer Tat zu ertappen.

Bei der jüngsten Tat am Donnerstag ist die Polizei auf Zeugen angewiesen: Die Wohnung befindet sich in einem Mehrfamilienhaus in der Friedlandstraße 13. Der oder die Einbrecher müssen zwischen 17.30 und 20 Uhr in das Gebäude eingestiegen sein. Wer verdächtige Beobachtungen gemacht, soll sich melden bei der Germeringer Polizei unter der Telefon (0 89) 8 94 15 71 10.

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