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Besuch beim Bauhof, in der Hofmetzgerei und im Brauhaus: Eine ganz besondere Stadtführung

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 So sieht der Fuhrpark des Bauhofs aus: Michael Seeholzer, stellvertretender Bauhofsleiter, informierte die Gäste über die Fahrzeuge.	fotos: hans kürzl
 So sieht der Fuhrpark des Bauhofs aus: Michael Seeholzer, stellvertretender Bauhofsleiter, informierte die Gäste über die Fahrzeuge. © Kürzl

Es war eine einmalige Gelegenheit: 30 Germeringer schauten bei einer Tour hinter die Kulissen von Bauhof, Hofmetzgerei und Brauhaus. Dabei ging es allerdings nicht nur um angenehme Themen.

Germering – Bauhofleiterin Monika Schindler machte den Besuchern deutlich, wie man es ihren 73 Mitarbeitern leichter machen könnte. Für eine Sache hat sie nämlich kein Verständnis: Wenn Hundebeutel mitten in der Landschaft entsorgt werden. „Man hat es doch fast geschafft, Hinterlassenschaft eingetütet, jetzt nur noch in den Abfallkorb.“ Doch trotz 300 Mülleimern und 90 Hundespendern landen die Beutel oft im Gebüsch, auf Wiesen oder in Gullydeckeln. Der Bauhof muss sie wegräumen.

Auch, aber nicht nur hierfür stehen 58 Fahrzeuge, Baumaschinen und Geräte bereit. Eine wichtige Aufgabe ist der Winterdienst. Ein Blick in das Salzlager verrät: Man ist vorbereitet auf den Schnee. Allerdings: „Es gibt schon Lieferschwierigkeiten beim Salz“, sagt Michael Seeholzer, Vize-Bauhofsleiter.

Den informativen Abendspaziergang durch Germering hatte das Stadtmarketing organisiert. Weitere Station: der Stanishof. Landwirt Johannes Kirmair (sein Bruder Max ist Metzger) stand Rede und Antwort. „Wir lassen die Schweine schwerer werden, weil das besseres Fleisch gibt.“ Mit knapp 30 Kilo kommen die Ferkel zu ihnen, nach fünf Monaten wiegen sie 130 Kilo. Anderswo sei die Mastdauer kürzer.

Die Ferkel werden zugekauft. „Zucht ist teuer, allein schon der Hygieneregeln wegen“, erklärt Johannes Kirmair. Das sei für ihn wirtschaftlich nicht darstellbar. Man achte aber bei Partnerbetrieben auf artgerechte Haltung. Ein wenig Wellness gehört dazu: „Eine Sau mag 16 Grad, heiß ist nichts für sie.“ Wird es zu warm, werden die Tiere mit einem Wassernebel besprüht.

Und natürlich kommen Fragen zum Schlachten. Man arbeite mit dem Fürstenfeldbrucker Schlachthof zusammen. „Wir legen viel Wert darauf, dass die Tiere keinen Stress bekommen“, so Kirmair. Was auch bei der Betäubung beachtet werde.

Einblicke in den Betrieb bietet der Ladenbereich. „Klein und überschaubar, so soll es bleiben“, sagt Max Kirmair. Das trage dazu bei, dass man die eigene Philosophie und den Qualitätsanspruch wahren könne.

Die letzte Station an diesem Abend ist das Brauhaus. Harald Heitmeir ist dort für Finanzen und Marketing zuständig. Als er die Berufe des Brauhausteams aufzählt, fällt auf: „Da ist kein Braumeister dabei.“ Formal brauche man den nicht. Beachtet werden müssten Reinheitsgebot und Hygienevorschriften.

Heitmeir verrät: „Wir experimentieren schon gerne, basteln an Rezepten.“ Deshalb verändere sich mitunter auch das eine oder andere Bier. Nur bei einer Sorte sei dies nicht der Fall: Das Helle passe, so wie es sei. Im Jahr 2018 hat die Firmengeschichte begonnen, nun kann er sagen: „Wir sind jetzt da angekommen, wo wir hinkommen wollten.“

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