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Eine Liebeserklärung an die Musik

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Von: Ulrike Osman

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Talentierter Nachwuchs: Das Jugendorchester bei der Jubiläumsfeier in der Stadthalle, das ebenfalls begeisterte.
Talentierter Nachwuchs: Das Jugendorchester bei der Jubiläumsfeier in der Stadthalle, das ebenfalls begeisterte. © Weber

Das Sinfonische Blasorchester (SBO) Germering ist längst eine Institution, von der man meint, sie sei schon immer dagewesen. Doch tatsächlich ist es gerade 20 Jahre alt.

Germering – Ein runder Geburtstag also, und damit ein Grund zu feiern – erst recht, nachdem die entspanntere Pandemielage die volle Besetzung auf der Bühne wieder erlaubt. Vor einem begeisterten Publikum beging das Sinfonische Blasorchester sein Jubiläum in der Stadthalle mit einem Konzert, das einen Höhepunkt an den nächsten reihte. Dabei feierten die gut 50 Musiker nicht sich selbst, sie feierten die Musik.

Den Auftakt bildete die „Fanfare für das Haus“, 2019 von SBO-Dirigent Rick Peperkamp zum 25-jährigen Jubiläum der Stadthalle komponiert. Kaum ein Stück hätte passender sein können für den ersten großen Auftritt des Orchesters seit einem Jahr. Es spielte eine kleine Besetzung, die auf dem Balkon platziert war – eine geschickte Inszenierung, die den würdigen Charakter der Komposition unterstrich. Erst danach sammelte sich die ganze Mannschaft auf der Bühne.

Das Programm für das Jubiläumskonzert war von allen gemeinsam zusammengestellt worden. In einer Abstimmung durften die rund 50 Musiker ihr Lieblings-Genre angeben. Sie stimmten mehrheitlich für Filmmusik und Musical – eine Auswahl, die auch beim Publikum ins Schwarze traf. Der fünfte Satz aus Johan de Meijs Sinfonie „Herr der Ringe“, ein Medley aus Melodien der „West Side Story“ und Auszüge aus dem Soundtrack zu „Robin Hood –Prince of Thieves“ vereinten die besten Stücke aus der bisherigen Orchestergeschichte.

Und ließen reihum diverse Solo-Instrumentengruppen glänzen – die Klarinetten, die Flöten, die Trompeten, die Hörner und die Oboen, alle mit großer Konzentration, erstaunlicher Virtuosität und sichtlicher Freude bei der Sache. Zweimal spielte das SBO sein Programm vor jeweils einem coronabedingt nur halb gefüllten Saal.

Lange hatten die Musiker nur in Kleingruppen proben können, die volle Besetzung war erst in jüngster Zeit wieder möglich. Doch Dirigent Rick Peperkamp steuerte sein Orchester – wie gewohnt auswendig und mit vollem Körpereinsatz – sicher durch das Programm.

Das Durchschnittsalter der ersten SBO-Generation lag bei 20 Jahren, wie der ehemalige Gründungs- und heutige Ehrenvorsitzende Christian Schweikhardt zwischendurch berichtete. Sieben Musiker der ersten Stunde sind noch heute dabei, doch insgesamt ist das SBO ein junges Orchester geblieben. Und dass talentierter Nachwuchs bereits in den Startlöchern steht, bewies das von Florian Kruse geleitete Jugendorchester mit einer anspruchsvollen Auswahl zeitgenössischer Bläserwerke. Den krönenden Abschluss des Abends bildete John Miles’ Monumental-Hit „Music“, diese ultimative Liebeserklärung an die Musik, die wohl jedem im Saal aus dem Herzen sprach.

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