Sie engagiert sich für mittellose Beduinen

Germering – Beate Yasmine Theuer hat viele Talente. Sie ist Damenschneidermeisterin, Yogalehrerin, Heilpraktikerin und Farbberaterin. Außerdem bietet die Germeringerin (53) als Reisebegleiterin spannende Trips in die Sahara zu den Beduinen an. Diesem mittellosen Volk will sie nun helfen.

Die Reisen, die Beate Yasmine Theuer organisiert, sind nicht einfach nur Urlaub. „Dabei geht es um viel mehr. Nämlich auch darum, in die ursprüngliche Lebensart der Beduinen einzutauchen“, erklärt die 53-Jährige. Während Beduinenmänner mit ihren Dromedaren durch die Wüste unterwegs sind und Touren begleiten, arbeiten ihre Frauen ebenso hart und tragen mit verschiedenen Handarbeiten einen Teil zum Lebensunterhalt des mittellosen Volkes bei.

„Die Frauen arbeiten an speziellen Webstühlen und erschaffen wunderschöne Teppiche aus Stoffresten“, erzählt Theuer. Zuvor schnippeln die Frauen in mühevoller Kleinarbeit meterlange Stoffstreifen aus Baumwolle zurecht. Rund eine Woche dauert es, bis ein Teppich in der Größe 1,80 Meter auf 60 Zentimeter fertig ist. Das weiß Theuer so genau, weil sie mittlerweile selbst unter die Weberinnen gegangen ist. Aber eins nach dem anderen.

Insgesamt drei Monate schaute sie den Beduinenfrauen bei ihrer Arbeit über die Schulter und reiste durch die ganze Sahara. Das Weben hat die kreative Germeringerin sehr fasziniert, außerdem konnte sie schnell einen Bezug zu ihrer Arbeit als Yogalehrerin herstellen, denn: „Die Teppiche eignen sich wunderbar als Unterlage beim Yoga.“ Nun möchte Theuer die Beduinenfrauen unterstützen, damit sie mit diesem Handwerk, das Teil ihrer Kultur ist, zu ihrem Lebensunterhalt beitragen können. „Einfach nur Geld zu spenden, bringt keine dauerhafte Verbesserung der Lebensumstände dieses armen nordafrikanischen Volkes, das in der Regel von der Hand in den Mund lebt“, weiß Theuer. Sie möchte mit diesem Projekt Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

Die Germeringerin hat sich kürzlich einen Hochwebstuhl gekauft und ist seither selber fleißig am Stoffreste zuschneiden und Weben. Für sie bedeutet diese Handarbeit Abschalten vom Alltag. Während sie das Schiffchen von rechts nach links und wieder zurück gleiten lässt und die Stoffbahnen in Form bringt, kommen auch die Gedanken in eine gewisse Ordnung.

„Es ist eine meditative, kreative und noch dazu produktive Beschäftigung, die mich erdet und die mir einfach Freude bereitet“, sagt Theuer. Mit den Matten, die sie selber webt, will sie kein Geld machen. Aber den Beduinenfrauen wünscht sie, dass deren Teppiche, die aus waschbarer Baumwolle gewebt werden, bei Yogaschülern als Alternative zu Plastikmatten Anklang finden. „Es ist angenehmer und natürlicher die Übungen auf Beduinenteppichen zu machen.“

Am Freitag, 23. September, wird Theuer wieder zu den Beduinenfrauen reisen. „Wer möchte, kann gerne einen Teppich bei mir in Auftrag geben, den ich dann von dort mitbringe.“ Dabei könne sogar berücksichtigt werden, ob die Unterlage wuschelig, weich oder eher fest sein soll und welche Farben verwebt werden sollen.

Die nächste Sahara-Reise mit Wüstenwanderungen und Kameltrekking, die Theuer organisiert, steht auch schon fest. Informationen und Anmeldung dazu online unter www.beduinen-art.de. (akk)

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