Daniel Mihaila erhält den Kulturförderpreis der Stadt.

Kulturpreis Germering

Er beherrscht die Musik und den PC

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Der Kulturpreis und die Kulturförderpreise der Stadt werden nach einer fünfjährigen Pause am 19. September wiedervergeben. Der Münchner Merkur stellt die Preisträger vorab vor.

Germering – Wenn Daniel Mihaila am Klavier sitzt oder seine Gitarre umgehängt hat, macht er akustische Musik in bester Singer-Songwriter-Manier. Wenn er am Computer an Klängen bastelt, kommen elektronische Songs und Soundtracks zu Computerspielen heraus. Und wenn er gerade keine Musik macht, entwirft er am Bildschirm 3 D-Modelle und Fantasiewelten. Die Vielfältigkeit des 26-Jährigen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, ist schwierig. Aber das macht nichts. Die unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen sind für ihn kein Widerspruch, sondern verschiedene kreative Facetten, die sich gegenseitig im Gleichgewicht halten und ergänzen. „Ich mag den Gegensatz zwischen analoger und digitaler Musik,“ sagt er.

Neuer Bassist wird gesucht

Auch in anderer Hinsicht faszinieren ihn Gegensätze. Auf seiner Gitarre spielt er manchmal akustische Cover-Versionen von Metall-Songs, die er privat gerne hört. Unterricht in klassischer Gitarre hatte der neue Kulturförderpreisträger seit der zweiten Klasse, später kam noch das Klavier hinzu. Beides spielt er solo, aber auch als Teil der Band Made Of, mit der er schon bei der Musiknacht in der Stadthalle aufgetreten ist. Auch in Bars, auf Straßen- und Stadtteilfesten in München war die Gruppe bereits zu hören. „Im Moment formieren wir uns gerade neu“, erzählt der Germeringer. Die Band ist auf zwei Mitglieder geschrumpft, ein neuer Bassist wird gesucht.

Mindestens so gut wie seine Instrumente beherrscht der Absolvent des Carl-Spitzweg-Gymnasiums seinen Computer. Er begann schon während der Oberstufe, sich 3-D-Modellierung und Sound Design selber beizubringen. Bald arbeitete er nebenbei für einen kleinen Münchner Computerspiele-Hersteller, für den er ganze Spielewelten und die dazu passende Musik kreierte.

Kreativ in der Informatik

Inzwischen hat er seinen Master in Medieninformatik in der Tasche und kann sich seinen Berufsweg in einer Branche suchen, die nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bietet. „Ich kann theoretisch in allen Bereichen der Informatik arbeiten“, sagt Mihaila. Aber Programmierer werden will er nicht. „Ich möchte auf alle Fälle etwas Kreatives machen“. Eine selbstständige Tätigkeit im Bereich Design oder Musik – das wär’s. Ein noch vager Wunschtraum ist es, Komposition an der Musikhochschule zu studieren.

Spätestens als Mihaila sich am Kunstprojekt Magic Forest beteiligte, wurde man in der lokalen Szene auf ihn aufmerksam. Dabei hatte ihn das Thema, was die Magie des Waldes ausmacht, zunächst nicht besonders inspiriert. Bis die Idee kam. „Ich dachte mir: Was wäre, wenn es keinen Wald mehr gäbe?“

Bewusst kitschig

So gestaltete er am Computer eine bewusst kitschig gehaltene Natur-Szene mit Bäumen, Vogelgezwitscher und Schmetterling, die sich von einem Moment auf den anderen in eine Stadt verwandelt. Was eben noch Baum war, ist plötzlich Straßenlaterne – eine gespenstische Vorstellung.

Das Video wurde auf eine selbstgebaute Holzleinwand mit Aufsätzen projiziert, so dass ein 3-D-Effekt entstand. Summa summarum investierte Mihaila sechs Monate Arbeit in das 60 Sekunden kurze Video. „Das lag auch daran, dass ich den Anspruch hatte, fotorealistisch zu sein.“

Die Nachricht, dass er den Kulturförderpreis der Stadt bekommen wird, hat ihn überrascht. „Ich wusste nicht mal, dass es das gibt.“ Nun ist ihm auch klar, warum Stadthallen-Chefin Medea Schmitt ihn vor längerer Zeit so detailliert zu seinem künstlerischen Werdegang und Lebenslauf befragt hat. „Ich dachte damals, sie will mir eine Stelle anbieten“, erzählt Mihaila und schmunzelt. Dann vergaß er das Gespräch wieder.

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