Hannes Kirmair ist mit Leib und Seele Landwirt. Das Foto zeigt ihn mit den Schwäbisch-Hällischen Schweinen, um die er sich täglich kümmert. Sie leben in einem Stall mit Freigelände neben der Bundesstraße 2.

Die neuen Germeringer Stadträte 

Er will sich für die Bauern einsetzen 

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Hannes Kirmair (CSU) ist neu im Germeringer Stadtrat. Von Listenplatz 19 hat er es ins Gremium geschafft. Als Landwirt will er sich vor allem für die Belange der Bauern einsetzen. 

Hannes Kirmair (CSU) hat die Nachricht von seinem Einzug in den Stadtrat nach einer anstrengenden Wahlnacht erst am nächsten Morgen erfahren. Den Wahltag hat er in der Kleinfeldschule erlebt – als einer derjenigen Helfer, die von Wahlleiter Jochen Franz am Sonntagmittag angerufen wurde, weil er wegen des Coronavirus noch dringend Lücken schließen musste.

Er sei am frühen Nachmittag im Wahllokal eingetroffen, habe sich kurz einweisen lassen – und habe dann eine Auszählung erlebt, die die Helfer fast zum Wahnsinn getrieben habe. Grund: Die Barcode-Scanner haben nicht funktioniert. Am Ende habe man fast alles händisch übertragen. Dennoch sei der Einsatz als spontaner Wahlhelfer etwas gewesen, was er nicht missen möchte: „Ich habe tolle Leute kennengelernt. Das war eine super Zusammenarbeit.“

Von Listenplatz 19 in den Stadtrat 

Als der 26-jährige Landwirtschaftsmeister spät nachts heimkam, habe er die Ergebnisseiten des Landratsamts einsehen wollen, sei aber wegen Überlastung nicht durchgekommen. So habe er am Montag mit einer „Riesenfreude“ zur Kenntnis genommen, dass er es von Listenplatz 19 aus in den Stadtrat geschafft habe. „Richtig geplättet“ sei er dann aber gewesen, als er sich die Zahl seiner Stimmen angesehen und mit denen der anderen Bewerber verglichen habe.

Kein Wunder: Auf der CSU-Liste häufelten ihn die Wähler mit insgesamt 8743 Stimmen hinter OB Andreas Haas, Fraktionsprecherin Manuela Kreuzmair und Franz Senninger auf den vierten Platz. Dass er damit rund 100 Stimmen mehr erhielt als Agnes Dürr, OB-Kandidatin der Grünen, freute ihn noch mal ganz besonders.

Hannes Kirmair, der mit seinen Eltern und Bruder Max den Stanishof betreibt, ist einer von zukünftig fünf Landwirten im neuen Stadtrat. Nach dem Ausscheiden von Paul Wunderl (CSU) und Karin Sepp (ÖDP) sind er, Sepp Dürr (Grüne) und Ludwig Wagner (FWG) neu ins Gremium gewählt worden. Agnes Dürr und Manuela Kreuzmair vervollständigen die Bauern-Fraktion.

Kirmair kann sich vorstellen, dass dieser Zuwachs an Landwirten auch mit der Entwicklung der Coronakrise zu tun hat: „Vielleicht erkennen die Menschen jetzt wieder, wie wichtig die Arbeit der Bauern ist.“

Die Belange der Landwirtschaft will Kirmair natürlich auch im Stadtrat zu seinem Thema machen. Allerdings ist er sich auch bewusst, dass man in der Kommunalpolitik nur an den kleinen Rädern drehen könne.

Umso wichtiger werden deswegen kleinere Themen sein, die die Bauern bewegen. Außerdem wolle er sich um die Vernetzung untereinander kümmern und die Verständigung fördern. Er ist sich jedenfalls sicher: „Wenn wir Landwirte etwas erreichen wollen, geht es nur miteinander. Biobauern und konventionell arbeitende Landwirte dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen.“

Für Germering wichtig sei vor allem die Förderung der Regionalität, sagt Kirmair –der Familienbetrieb mit seinem Hofladen, dem eigenen Hackschnitzelkraftwerk und den in besonderer Freilandzucht gehaltenen Schwäbisch-Hällischen Schweinen ist ein Musterbeispiel dafür. Vielleicht schaffe man es zudem, gemeinsam mit Schulen und Kitas den Kindern mit Führungen und Betriebsbesuchen zu vermitteln, wie Landwirftschaft betrieben wird.

Serie

Der Münchner Merkur stellt nach und nach die neuen Stadträte vor. Die Reihenfolge hat sich rein zufällig ergeben.

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