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Erfolgsautor Oliver Pötzsch (r.) stellte in der Bibliothek seinen neuen Roman vor. 

Stadtbibliothek

Erfolgsautor mit Totenkopf und Henkersschwert

Jetzt ist sie voll da, die dunkle Jahreszeit. Und dunkel ging es auch in der Stadtbibliothek zu. Totenkopf und Schwert wurden dort an einem Tisch aufgebaut. Der Münchner Bestsellerautor stellte im Foyer der Bibliothek den neusten Band seiner Henkerstochter-Saga vor.

Germering – Während draußen vor den Fenstern noch der Christkindlmarkt voll in Gang war, fanden sich viele Fans des Autors im Foyer der Stadtbibliothek ein, um für einen Abend in die Welt des Schongauer Henkers Jakob Kuisl einzutauchen. Um die richtige Stimmung für den Historienkrimi zu verbreiten, wurden ein von einer Kerze beleuchteter Totenschädel und das „neue“ Richtschwert der Familie Pötzsch aufgebaut. Denn seine Romane basieren auf den real existierenden Vorfahren des Autors.

Das Originalschwert wurde leider aus einem Museum gestohlen, erzählt Pötzsch, deswegen hatte er ein neues auf einem Mittelaltermarkt gekauft, doch als er eine Quittung verlangte, weil er es beruflich nutze, schaute ihn der Verkäufer nur ungläubig an.

Begleitet wurde die Lesung von dem Musiker-Duo Veronika Rüfer aus Türkenfeld und Valentin Schmitt, letzterer war früher einmal der Musiklehrer des Schriftstellers am Gymnasium Gilching. Die ehemaligen Cappella Monacensis Musiker spielten auf die Lesung abgestimmte Lieder auf kurios anmutenden, antiken Instrumenten. Auf Viola da Gamba, Krummhorn und Portativ – „das Keyboard des Mittelalters“, so Pötzsch – unterhielten die beiden Musiker das Publikum.

Brigitte Breidenbach war auf jeden Fall froh, dass sie doch noch gekommen war. „Ich wollte erst nicht, weil ich dachte, seine Bücher sind blutrünstig“, erzählt sie. Doch eine Freundin konnte sie überzeugen. Sie selbst hatte bisher noch kein Buch aus der Reihe gelesen, doch sie sei vielseitig interessiert und wenn sie ihren großen Lesestapel abgearbeitet hat, dann schaut sie bestimmt mal rein. Der Stapel muss wohl nicht allzu groß gewesen sein, denn am Ende des Abends saß sie mit einer Taschenbuchausgabe des neusten Romans da.

Die Motivation einer anderen Besucherin, die anonym bleiben will, war eine andere, doch durchaus kurios. „Ich kannte den Namen Pötzsch schon länger aus meinem privaten Umfeld, doch als ich heuer auf Hawaii im Flughafenbuchladen gewartet habe, sah ich ein Buch von ihm. Da begriff ich erst, dass er Schriftsteller ist“, erzählt die Krimiliebhaberin. Deshalb konnte sie sich die Lesung nicht entgehen lassen und war sehr begeistert – vor allem von der detailverliebten und historisch gut recherchierten Art wie Pötzsch schreibt. „Da kann man noch was lernen.“

Und in der Tat glich der Leseabend fast einem Geschichtsunterricht, denn für Pötzsch ist es wichtig, historisch korrekt zu sein. „Ich recherchiere in der Regel zwei Monate am Stück, bevor ich ein Konzept aufstelle“, erzählt der Autor im persönlichen Gespräch. Und so ist es nicht verwunderlich, dass er das eine oder andere Gift, das in seinen Büchern Verwendung findet, mitgebracht hat und vieles davon zu erzählen weiß.

Von Tom Eldersch

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