Modell-Eisenbahn-Ausstellung 

Die Faszination der kleinen Züge

Germering –Rund 800 Zug-Fans haben am Wochenende die Modellbahn-Ausstellung in der Stadthalle besucht. Elmar Schulte von der Modellbahn-Gemeinschaft will den S-Bahnhof Germering-Unterpfaffenhofen nachbauen und dessen Geschichte erzählen. Über Erwachsene mit Kindheitsträumen.

 Noch braucht es etwas Fantasie, um sich vorzustellen, wie das Bahnhofsgebäude im Miniaturformat aussehen soll. Elmar Schulte zeigt auf der zweitägigen Ausstellung der Gemeinschaft einen Entwurf aus Papier. Aber auch dafür ist viel Vorarbeit nötig gewesen. Denn einfach hinsetzen, basteln und ein Gebäude in die Landschaft einer Modellbahn setzen, will Schulte nicht. „Es muss schon stimmig aussehen“, sagt er.

Echt aussehen sollen auch die anderen Modelle, die am Wochenende in der Stadthalle zu sehen sind. 800 Menschen sind an zwei Tagen in die Stadthalle zur Modell-Eisenbahn-Ausstellung gekommen. Im Mittelpunkt: unechte Züge, Bahnhöfe, Straßen, Autos und vieles mehr im Miniaturformat.

Peter Dobner von den Modellbahnfreunden Puchheim will sich einen Traum

erfüllen. Im Rahmen der Ausstellung kann er nur ein Teilstück seiner Anlage präsentieren. Selbst wenn es durchaus spektakulär ist, wie bei ihm Straße und Schiene kombiniert sind – das Ziel des 67-Jährigen ist, im wahrsten Sinn des Wortes etwas Großes. „Ich möchte mal die gesamte Anlage in einem Stück zeigen“, seufzt er ein wenig. Denn das gesamte Modell hat die respektable Länge von 13 Metern. Das sprengt die Möglichkeiten der Stadthalle – und erst recht die des Clubraums in Puchheim. „Vielleicht gibt es in Germering oder Puchheim eine andere Möglichkeit“, sagt Dobner. Er hofft insgeheim auf einen Raum in einem der Bahnhofsgebäude. Dann könne er sich so eine Art Dauerausstellung vorstellen.

Zu einer Dauereinrichtung sollen für die Modellbahn-Gemeinschaft Germering auch die beiden Tage in der Stadthalle werden. Der Vorsitzende Bodo Pietsch meint zwar, dass der ganz große Boom der Modellbahnen 30 bis 40 Jahre zurückliegt. „Aber das Interesse daran ist schon noch groß“, sagt er angesichts der vielen Besucher aus allen Altersgruppen.

Die Faszination sei also immer noch ungebrochen. „Auch im Verein gibt es nicht nur Alte“, betont Pietsch, der sich besonders über einen Privatmann als Aussteller freute. Man sei als Verein über jeden Interessenten an dem Hobby froh, der auch von außen neue Ideen einbringe. „Immer die gleichen Modelle präsentieren geht nicht“, sagt Pietsch. Der Modellbahnbau solle nach außen hin attraktiv bleiben.

Schulte arbeitet daran. Für seinen Germeringer Mini-Bahnhof hat er eine umfangreiche Vorbildrecherche erstellt und den Bahnhof unter anderem von allen Seiten fotografiert. Für einen Außenstehenden sei so ein S-Bahnhof doch eher ein unspektakulärer, aber nützlicher Ort, sagt Schulte. „Für uns Germeringer ist er das Tor in die Welt.“ Schulte hat Technischer Zeichner und Bauingenieur gelernt. Das mache es einfacher, Entwürfe zu entwickeln, sagt er. „Man hat da schon eine gewisse Struktur im Kopf.“ Im kommenden Jahr, so hofft er, könne er das erste Kapitel der Bahnhofsgeschichte in Modellform präsentieren. (hk)

Der Stammtisch

der Modelleisenbahn-Gemeinschaft Germering findet jeden ersten Donnerstag ab 19.15 Uhr in der „Wunderbar“ statt. Er ist für Nicht-Mitglieder und zum reinen Erfahrungsaustausch offen.

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