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Privater Tauchgang ohne Dienstauftrag der Wasserwacht

Feuerwehr rettet Eis-Taucher aus Germeringer See

Germering – Zwei junge Mitglieder der Wasserwacht sind beim Eistauchen am Germeringer See in große Not geraten. Sie konnten gerettet werden.

Die beiden jungen Männer schlugen in ihrer Freizeit am Montag ein Loch ins Eis am Germeringer See und tauchten unter die gefrorene Fläche. Dabei verloren sie die Orientierung, wie die Polizei berichtet. Die Taucher fanden nicht zum Einstiegsloch zurück, das unweit der Wasserwachtstation lag und durch das sie problemlos wieder zum Ufer gelangen hätten können.

Der Germeringer See

In ihrer großen Not gelang es den Tauchern, mit einem Messer ein zweites Loch ins Eis zu schlagen. So schafften sie es immerhin wieder mit den Köpfen an die Oberfläche. Sie riefen um Hilfe. Passanten hörten sie und verständigten die Feuerwehr. Die Kameraden rückten aus und fuhren mit dem Boot auf den See hinaus. Auch mit Hilfe von Seilen befreiten sie die beiden Taucher aus ihrer misslichen Lage. Um mithilfe einer Leiter zu den beiden zu kommen, sei das Eis nicht tragfähig genug gewesen, hieß es hinterher.

Wie die Polizei berichtete, waren die beiden dank ihrer Taucherkleidung (Neopren) völlig unversehrt und nicht einmal unterkühlt. Vorsichtshalber war jedoch ein Rettungshubschrauber am See gelandet.

Rainer Bertram, Chef beim Bayerischen Roten Kreuz im Landkreis, spricht von einem privaten Tauchgang der beiden jungen Männer ohne Dienstauftrag. Ohne Seil einen Tauchgang zu wagen, sei ein Kardinalsfehler, räumte Bertram ein.

Ein Rettungstaucher müsse immer an einer Leine hängen, um Signale nach außen geben zu können oder Signale von außen zu empfangen. Unter Eis verliere man sehr schnell die Orientierung, das sei bekannt. Eis müsse außerdem nicht besonders dick sein, damit man es von unten nicht so einfach durchschlagen könne. Vereinfacht: Selbst wenn man oben nicht darauf stehen kann, kann man es von unten kaum durchbrechen.

Bertram zeigte sich von dem Vorfall wenig begeistert. Man müsse jetzt ernsthafte Gespräche führen und Sorge tragen, dass so etwas nicht mehr passiert. Es werde interne Konsequenzen geben. Die Taucher hätten eine grundlegende Regel außer Acht gelassen. Bertram ist aber auch sehr froh, dass die jungen Leute unversehrt überlebt haben. „Wir sprechen von einem großen Glück, dass den beiden nichts passiert ist.“ Ähnlich äußerte sich ein Sprecher der Germeringer Polizei. „Wir sind froh, dass niemand verletzt wurde.“  (st)

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