Eine Woche lang haben Schüler aus ganz Deutschland i m Rahmen der Forscherwoche am Max-Born-Gymnasium verschiedene Einrichtungen besucht, diskutiert, getüftelt und Vorträge besucht.

Germering

Forscher von morgen mit engem Zeitplan

Raketenbau, Optik, Nanopartikel und Atmosphärenforschung: Eine Woche lang waren Gymnasiasten aus ganz Deutschland im Rahmen der Forscherwoche am Max-Born-Gymnasium zu Gast. Klima und Umwelt spielten dabei eine wichtige Rolle.

Germering – Einen Höhepunkt gab es gleich zu Beginn: Professor Volker Grewe vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hielt am Montag einen öffentlichen Vortrag über das Klima und den Einfluss des Flugverkehrs. Rund 300 Zuhörer kamen, in der Halle des Gymnasiums hatten aber nur 200 Platz. Vorausschauend hatte das Technik-Team der Schule aber eine Übertragung in mehrere Klassenzimmer organisiert.

Einen Tag später ging es für die Schüler zur Wirkungsstätte des Professors. Bei einem Besuch des sogenannten School-Lab des DLR in Oberpfaffenhofen konnten die Jugendlichen Versuche von Robotik bis zur Simulation des GPS-Systems durchführen. Daneben besichtigten sie die Bodenkontrollstation des europäischen Columbus-Moduls auf der ISS, die Flugzeugflotte des DLR und erstellten aus Satellitendaten Karten, welche die Abnahme von Gletschern in 22 Jahren zeigten. „Die Entwicklung ist dramatisch“, beschreibt Schülerin Lea Jordan ihre Ergebnisse.

Abends präsentierten die Schüler ihre eigenen Forschungsvorhaben. Dabei wurde über gesundheitliche Folgen bei Kindern nach dem Tschernobyl-Ereignis ebenso berichtet, wie über Möglichkeiten, die globale Erwärmung durch Düngung der Algen nahe der Antarktis zu bremsen.

Am Mittwoch untersuchten die Jungforscher in einem Praktikum im Beschleunigerlabor auf dem Forschungs-campus Garching, welche radioaktive Strahlung von einer Heuprobe ausgeht, die kurz nach dem Unfall von Tschernobyl in Garching geerntet wurde, und wie rasch solche Strahlen zerfallen. Im Science-Lab untersuchten sie die Kraft, mit der die Pole eines Elektromagneten einander anziehen oder bauten knifflige optische Apparaturen auf. Daneben hielten die Jungforscher Kurzvorträge über mathematische Entdeckungen wie die so genannte Leonardokuppel. „Die nach da Vinci benannte Konstruktion hält ohne jeden Nagel“, begeisterte sich Jonah Müller vom MBG.

Im LMU-Chem-Lab in Großhadern stellten die Jungforscher am Donnerstag in mehreren Versuchen After-Sun- Lotion her, berechneten die Dicke einer Seifenblasenhaut und produzierten Wunderkerzen, die am Ende abgebrannt wurden.

Den Abschluss der Forscherwoche bildete der öffentliche Vortrag von Frank Simon vom Max-Planck-Institut für Physik. Von den Elementarteilchen, den Quarks, den Verwandten des Elektrons und den Neutrinos schlug er einen faszinierenden Bogen über den Urknall bis zum LHC, dem Beschleuniger des CERN in Genf. Er berichtete auch von der Größe des Mittleren Rings, der Protonen mit praktisch Lichtgeschwindigkeit auf ebenso schnell entgegenkommende Antiprotonen schießt.

Die über zweihundert Zuhörer waren beeindruckt von den Superlativen dieser Maschine und den Zusammenhängen, die Simon aufzeigte. „Wenn unsere Schüler ihr Studium beenden, könnte ein Nachfolger des heutigen Beschleunigers bereitstehen für ihre Forschung“, erklärte Eckart Werner-Forster, Leiter der Jugend-forscht-Gruppe des Max-Born-Gymnasiums, der zusammen mit seiner Kollegin Bettina Rißner die Forscherwoche organisiert hatte.

Möglich wurde die Veranstaltung dank der finanziellen Hilfe der Germeringer Firmen SSS, Thermo Fisher, GEBE, Docuware und Mlase, die als Sponsoren den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern, teilt das Gymnasium mit. Auch die Stadt Germering, das Landratsamt, das Max-Born-Netzwerk und der Elternbeirat der Schule unterstützten die Forscherwoche.

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