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Gut gefüllt war der Amadeussaal. Zahlreiche Germeringer waren gekommen, um den OB mit Fragen zu löchern. 

Germering

Fragen-Marathon bei Bürgerversammlung

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Wohnraum und Verkehr – diese Themen nahmen in der vier Stunden langen Bürgerversammlung breiten Raum ein. Obwohl der Oberbürgermeister sich viel Zeit für die Fragen der Bürger nahm, konnten nicht alle seine Antworten überzeugen.

Germering – Die Geräuschkulisse der Autobahn ist für Brigitta Wochnik ständig präsent. Im Rahmen der Baumaßnahmen an der Strecke wurde eine Lärmschutzwand entfernt und seitdem auch nicht wieder ersetzt. „Sind wir an der Pestalozzi- und Kerschensteinerstraße weniger schützenswert“, fragte sie deshalb. Den Hinweis doch bis zur Fertigstellung zu warten verband Oberbürgermeister Andreas Haas mit einem Terminangebot. „Dann erkläre ich Ihnen das in Ruhe“, sagt er zu Wochnik.

Auf den Straßen nicht mehr sicher

Nicht ganz so leicht ließ sich die frühere Stadträtin Ursula Leis zufriedenstellen. „Ich fühle mich auf den Straßen der Stadt nicht mehr sicher“, stellte sie fest. Das sei in jeder Rolle der Fall, als Fußgänger, Rad- und Autofahrer. Besonders hat Leis die Hart- und Kleinfeldstraße im Blick.

Die Probleme dort sind längst bekannt: Dauerhaft mit Lastwagen besetzte Parkplätze und Eltern, die beim Bringen und Holen der Kinder von der Schule nicht einmal davor zurückschrecken, Einfahrten zu blockieren. „Sie haben den Verkehr nicht im Griff“, warf Leis der Verwaltung vor.

Doch so einfach lässt sich das Problem nicht lösen. OB Haas verwies auf gesetzliche Regelungen unter anderem beim Parken, die bundesweit gelten. „Und so lange ein Auto oder ein Wohnmobil zugelassen ist, können Sie nicht einschreiten.“ Damit richtete sich der Oberbürgermeister an eine weitere Bürgerin, die sich über die Situation am Volksfestplatz beschwert hatte. Man solle doch abwarten, bis die Stadt mit den Maßnahmen etwa zum Parkraum fertig ist. Dann werde dort auch kontrolliert.

Das Kreuzlinger Feld

Viel Raum nahmen auch Fragen und Anliegen zur Besiedlung des Kreuzlinger Feldes ein. So forderte Thomas Langnickel eine breite öffentliche Diskussion, wie die Stadt mit dem Einwohnerwachstum umzugehen gedenke. In weiteren Wortmeldungen wurde kritisiert, dass die Verkehrssituation sowieso schon kritisch sei und diese sich durch weiteren Zuzug nur noch verschärfen würde.

Langnickel schloss daraus unter anderem: „Die Stadt soll nicht jedes Investorenpaket einfach so durchwinken.“ Zudem entstehe bei ihm der Eindruck, dass bei Neubaugebieten Bevölkerungs- und Verkehrszahlen bewusst kleingerechnet würden, um die Bürger zu beruhigen. Haas verwahrte sich energisch gegen diese Vorwürfe. Auch im Stadtrat sei die Diskussion engagiert und kontrovers. „Aber Sie sollten keinem Stadtrat absprechen, dass er sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt“, so der Oberbürgermeister.

Toiletten am Skaterpark

Vergleichsweise einfach ließ sich die Anfrage von Monika Greczmiel beantworten. Insbesondere für Kinder könne man doch am Skatepark Toiletten einrichten. „Die kann man doch schlecht zum Freibad oder Golfplatz schicken.“ Laut Thomas Wieser könne man es ähnlich wie am Germeringer See organisieren, wo Toiletten saisonal aufgestellt würden. „Jeden Spielplatz so auszustatten geht aber nicht.“

Vor den Bürgerfragen hatte Haas knapp 100 Minuten lang Bilanz gezogen. Unter anderem hatte er darauf aufmerksam gemacht, dass sich der stetig wachsende Bedarf an Kinderbetreuung und Schulraum auch finanziell bemerkbar mache. Allein die Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen an Wittelsbacher und Kerschensteiner Mittelschule sowie an der Theresen-Grundschule würden zusammen rund 50 Millionen Euro kosten.

Sorgen bereitete Haas zudem die Schulwegsicherheit. Mangels einer ausreichenden Zahl an Schulweghelfern könne nicht jede Gefahrenstelle im Stadtgebiet mit Lotsen angemessen abgesichert werden.

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