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Der verstorbene Alt-OB Rudi Bay (3.v.l.) vor einem der geschmückten neuen Ortsschilder am 12. April 1991. Dieses Foto ist Teil der aktuellen Ausstellung des Fototreffs im Rathaus, die dem Müncher Merkur zur Verfügung gestellt wurden. Die Ausstellung ist noch bis zum 2. Juni zu sehen

Wie Strauß Germering zur Stadtwerdung verhalf

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Germering - Mit einem Empfang im Foyer des Rathauses wurde am Dienstag der 25. Jahrestag der Stadterhebung begangen. Groß gefeiert wird erst im Juni – das war vor einem Vierteljahrhundert genauso, woran OB Andreas Haas erinnerte.

Am 12. April 1991 hatte der damalige bayrische Innenminister Edmund Stoiber dem verstorbenen Alt-OB Rudi Bay in der Mehrzweckhalle der Kirchenschule eine Urkunde überreicht. Jetzt, 25 Jahre später, begrüßte OB Andreas Haas neben den aktuellen Stadträten eine ganze Reihe von Kommunalpolitikern, die damals mit dabei waren, zu einer kleinen Feier im Foyer des Rathauses. Mit dabei war auch Alt-OB Peter Braun, der vier Wochen nach der Stadterhebung das Amt von Rudi Bay übernahm. Auch die damalige Dritte Bürgermeisterin Evelyn Richter und die Gemeinde- und Stadtratsdauerbrenner Martin Strobl und Leonhard Köpf feierten mit ihren Nachfolgern, die zum Teil 1991 noch gar nicht geboren waren. Evelyn Richter gestand dann auch überrascht: „Ich kenn hier viele gar nicht.“

Wichtige Rolle von Franz-Josef Strauß

Haas hatte im Archiv gekramt und ließ die Geschichte der Stadtwerdung noch einmal kurz Revue passieren – wobei er Anekdoten ausgegraben hatte, die bislang noch gar nicht so bekannt waren. So habe offensichtlich der damals amtierende Ministerpräsident Franz-Josef Strauß einen nicht unerheblichen Anteil daran gehabt: Bay habe ihn Ende der 1980er-Jahre beim Starkbier-Anstich am Nockherberg getroffen, wobei sich folgender Dialog zugetragen habe. Strauß: "Ihr seid ja ganz schön groß geworden.“ Bay: "Ja, eigentlich wäre es an der Zeit, dass Germering Stadt wird.“ Strauß: „Da kann man drüber reden. Stellt doch einen Antrag.“

Den Antrag hat der Gemeinderat im Jahr 1988 gestellt, im April 1989 wurde er beim Landratsamt eingereicht. Die vom damaligen Hauptamtsleiter Gangolf Giljohann – auch er war zum Feiern gekommen – verfasste Begründung listet auf 18 Seiten all das auf, was Germering stadtwürdig machte: Einwohnerentwicklung, Bevölkerungsstruktur, Berufsgruppen, Gewerbe, Siedlungsform, Infrastruktur, Gemeinderat, Verwaltung und Gemeindefinanzen.

Ende 1990 hat es dann Haas zufolge einen Besichtigungsfahrt mit einer Delegation des Innenministeriums gegeben. Beim Passieren des Kleinen Stachus habe Bay damals angemerkt: „Ausbau dieses Platzes ist für 1992 vorgesehen.“

Beim Festakt der Stadterhebung habe Stoiber laut Haas Germering auch dafür gelobt, dass es der Verwaltung gelungen sei, „nach Jahren des stürmischen Einwohneranstiegs die innere Entwicklung der Gemeinde diesem Ansturm anzupassen“. Heute, so Haas weiter, steige die Einwohnerzahl wieder: 1958 waren es 35 000, 2008 37 000 und jetzt sind es schon 40 107. Dies stelle die Stadt vor neue Herausforderungen.

Rückblickend auf die Entwicklung meinte Haas abschließend: „Was darf man nach 25 Jahren beherzt feiern? Ich denke, das wichtigste ist, dass Germering keine Schlafstadt ist.“ Das rege Stadtleben, die gute Infrastruktur im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich, Bildung und Betreuung, die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung sowie der Gewerbestandort ziehen Menschen aus der gesamten Region und darüberhinaus an.

Groß gefeiert wird das Stadtjubiläum bekanntlich erst Anfang Juni mit einem dreitägigen Fest vor der Stadthalle. Das war vor 25 Jahren nicht anders, wie Haas erzählte. Vor einem Vierteljahrhundert habe man sich entschlossen, wegen des besseren Wetters erst im Juli zu feiern. Das sei dieses Mal nicht anders. 

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