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Lud zum Filmgespräch: Der Germeringer Landtagsabgeordnete Sepp Dürr mit Vera Greif (l.) und Sanne Kurz.

Die Grünen

Frauen sind im Filmgeschäft hinten dran

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Die sexuelle Belästigung von Frauen im Filmgeschäft spielte in den vergangenen Monaten einen große Rolle. Dass es in der Branche noch ganz andere Probleme gibt, wurde jetzt beim ersten Filmgespräch der Grünen im Cineplex deutlich: Von Gleichberechtigung ist das Filmgeschäft noch weit entfernt.

Germering – „Frauen machen Filme“ war das Thema, zu dem die Grünen eingeladen hatten. Trotz bestem Biergartenwetters kamen rund 80 Besucher in den einigermaßen kühlen Kinosaal. Auf sie warteten zwei Filme von zwei ganz unterschiedlichen Macherinnen: Sanne Kurz, Filmautorin, Kamerafrau und Dozentin an der Münchner Filmhochschule führte ihren Zehn-Minuten-Spielfilm „Die Herberge“ vor. Obwohl sie ihn eine günstige Produktion nannte, kostete er immerhin rund 50 000 Euro, wie Kurz im Gespräch mit Sepp Dürr, dem kulturpolitischen Sprecher der Landtags-Grünen erklärte.

„Die Herberge“ erzählt übrigens mit viel Witz eine Geschichte nach, die wirklich passiert ist: Ein wanderndes Ehepaar will in einem Gasthaus im Wald Rast machen und bemerkt nicht, dass es sich um eine Asylunterkunft handelt. Am Ende freunden sie sich unerwartet mit den dort lebenden Migranten an.

Demgegenüber stand der Dokumentarfilm „Frauenbewegung in Germering“ der Filmemacherin Vera Greif zum 30-jährigen Bestehen der städtischen Gleichstellungsstelle. Dass dieser in ganz anderen Dimensionen entstanden ist, sah man schon am fehlenden Abspann. Während bei Sanne Kurz mindestens 50 Akteure – vom Filmteam über die Schauspieler und Techniker bis hin zu den Sponsoren – genannt werden mussten, kam Vera Greif ohne Abspann aus – sie hat alles alleine gemacht.

Im Gespräch mit Sepp Dürr erfuhren die Besucher nicht nur viel über die Arbeitsweise der Filmemacherinnen, ihre Motivation und die unterschiedlichsten Wege, die ins Filmgeschäft führen. Sehr schnell kam die Frage auf, wie Frauen in der Filmindustrie und ganz allgemein in der Kreativwirtschaft zurecht kommen. Sanne Kurz zog hier ein ernüchterndes Fazit: Von Gleichberechtigung könne in diesem Bereich keine Rede sein. Den Hinweis von Sepp Dürr, beim BR seien nur zehn Prozent der Regisseure Frauen, setzte die Expertin noch eins drauf: „Es sind unter fünf Prozent.“

Das größte Problem ist Kurz zufolge die Tatsache, dass die Frauen im Filmgeschäft nicht politisch werden: „Sie wenden sich nicht an die Politiker. Es dreht sich hier alles im Kreis.“ Die Münchner Filmautorin, sie ist Mutter von vier Kindern, hat ihre eigenen Konsequenzen daraus gezogen. Sie kandidiert bei der Landtagswahl auf der Liste der Grünen.

Die Erfahrung von Vera Greif, dass Frauen im Kreativgeschäft generell nicht so ernst genommen werden, wurde von Sanne Kurz geteilt. Sie habe sechs Jahre in Australien gelebt und gearbeitet und dabei festgestellt, das es auch anders geht: „Dort sind die berühmten Filmemacher Frauen. Es wird nicht nach dem Geschlecht sondern nach der Qualität gebucht.“ Die Politik kann hier aus Sicht von Sepp Dürr einiges ändern: „Fördergelder müssen ausschließlich nach strengen Qualitätskriterien vergeben werden.“

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