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In Freiham sollen einmal bis zu 25 000 Einwohner leben. Die ersten der neuen Nachbarn sind schon eingezogen.

Bei Germering

Freiham: Die ersten Nachbarn sind schon da

  • Stéphanie Mercier
    vonStéphanie Mercier
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In direkter Nachbarschaft zur Stadt Germering entsteht ein ganz neuer Stadtteil. 25 000 Menschen sollen in Freiham in den nächsten Jahren leben,15 000 Arbeitsplätze werden hier entstehen. Wie das Viertel einmal aussehen wird, lässt sich nur erahnen. Aber so mancher Wohnblock steht schon – wir haben uns unter den ersten Bewohnern umgehört.

Freiham– Die Bagger sind im Dauer-Einsatz, riesige Kräne heben tonnenschwere Baumaterialien. Die Wolken ziehen in einem atemberaubenden Tempo über den weiten Himmel. Am Boden, zwischen all den Baustellen, sitzt Martina Kreissig im Sportdress auf einem Zaun vor dem frisch fertiggestellten Bildungscampus in dem Viertel. Die 42-Jährige ist Sportlehrerin an der Fachoberschule (FOS), die hier im September eröffnet hat. „Wir haben noch keine eigenen Sporthallen“, erzählt die Lehrerin.

Weil das Leben auf und neben der Baustelle von allen Beteiligten eine gewisse Bereitschaft zur Improvisation fordert, finden sich schnell pragmatische Lösungen. „Wir dürfen deshalb die Halle der Grundschule mitnutzen. Die Kleinen hier freuen sich, wenn die Großen zu Besuch kommen.“ Pioniere halten eben zusammen.

Das erlebt auch Irine Rüdel so. Die 52-Jährige ist Bauleiterin in Freiham. „Ich organisiere hier die Schlüsselübergaben“, sagt sie. Durch ihre Tätigkeit hat sie einen besonders tiefen Einblick in die Zukunft des Viertels und die Zusammensetzung seiner Bewohner. „Schon jetzt kann ich sagen: Das wird mal ein wahnsinnig buntes Viertel“, erklärt Rüdel über ihren Schreibtisch hinweg. „Ich habe schon mehrere Neubauprojekte betreut und stelle seit Jahren fest: Jeder Stadtteil findet seine Leute.“ Nach Freiham ziehe es hauptsächlich Menschen, die eine Wohnung für sich und ihre Familien suchen – das ist nicht überall so. „Ich würde sagen, etwa 60 Prozent unserer Wohnungen werden von den Eigentümern bezogen.“ Rüdel weiß: „Wenn ein neuer Stadtteil entsteht, hat das immer einen Reiz.“

Den spürt auch Digvitay Pande, einer der Neuankömmlinge im Viertel. „Ich bin gespannt, wie sich der Stadtteil entwickelt“, sagt der 32-jährige Produktmanager voller Vorfreude. Noch muss er auf dem Balkon seiner neuen Wohnung einen dicken Parka tragen, im Sommer will er hier gemütliche Abende mit seiner Frau verbringen. „Wir haben uns gleich in die Lage und in den Grundriss dieser Wohnung verliebt. Hier war einfach noch alles ganz offen und weit“, schwärmt Pande.

„Wir haben nach einem Heim gesucht, in dem wir in Ruhe mit Freunden und der Familie zusammenkommen können. Ideal ist, dass hier auch gleich eine Schule und ein Park ist“, meint der Produktmanager. Über die viel gescholtene Verbindung in die Innenstadt will er nicht schimpfen. „Man kann mit der S-Bahn und auch mit dem Bus fahren“, sagt Pande, der im März endgültig einziehen wird.

Trotzdem ist die Vorfreude auf eine U-Bahn nach Freiham groß – auch aus strategischen Gründen. „Ich habe die Lage schon auch ausgewählt, weil ich davon ausgehe, dass der Wert hier steigen wird. In 15 Jahren soll die U-Bahn bis Freiham fahren und die Infrastruktur ist dann auch ausgebaut“, sagt Wolfgang R. Der 38-jährige Ingenieur hat sich eine 76-Quadratmeter-Wohnung gekauft, in die er einziehen will.

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