Im ersten Realisierungsabschnitt (1. RA) werden schon im kommenden Jahr die ersten Wohneinheiten bezogen. In wenigen Wochen soll hier auch mit dem Bau der ersten Grundschulen begonnen werden. Der zweite RA wird ab 2024 in Angriff genommen.

Stadtrat

Freiham: Wo soll der ganze Verkehr hin ?

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Germering - Im nächsten Jahr werden die ersten Einwohner den neuen Münchner Stadtteil Freiham beziehen. In den nächsten 15 bis 20 Jahren werden dort bis zu 25 000 Menschen leben. Die größte Herausforderung dabei ist aus Sicht der Germeringer Stadträte die Frage, wie die Verkehrsproblematik gelöst wird.

Dass die Siedlungsentwicklung in Freiham eine Verschärfung der Situation des Individual- aber auch des Öffentlichen Personennahverkehrs mit sich bringt, spüren die Germeringer jetzt schon täglich: Die Bodenseestraße leidet wegen der aktuellen Straßenumbauten in Freiham seit Monaten unter Dauerstau.

Damit wird es zwar bald vorbei sein, erklärte Steffen Kercher vom Planungsreferat der Landeshauptstadt jetzt im Stadtrat: „Die Arbeiten sind so gut wie beendet.“ Wie allerdings künftig der zusätzlich zu erwartende Verkehr der 25 000 neuen Einwohner in der unmittelbaren Germeringer Nachbarschaft abgewickelt werden soll, das konnte der Münchner Planer aus Sicht der Stadträte nicht schlüssig erklären.

Kercher bestätigte zunächst eine von OB Andreas Haas angesprochene neue Entwicklung, die den Rathauschef „hellhörig“ gemacht habe: Angesichts des Wohnraumbedarfs Münchens sei die Verwaltung ermutigt worden, die Zahl der geplanten Wohneinheiten in Freiham möglichst aufzustocken. Ziel ist es jetzt Kercher zufolge, im ersten Bauabschnitt statt bisher 4000 geplanter Wohneinheiten 4400 zu errichten. Das würde die Zahl der Bewohner von 10 000 auf 11 000 steigern. Mit dem Bau wird heuer noch begonnen, die ersten neuen Freihamer sollen 2018 einziehen.

Im Zuge eines zweiten Abschnitts sollen dann 2024 die nächsten Wohnungen mit der damit verbundenen Infrastruktur fertig sein. Wenn ab dem Jahr 2030 alles fertig ist, werden in Freiham bis zu 25 000 Münchner leben. Der neue Stadtteil soll 4000 Arbeitsplätze bieten.

Zur künftigen Verkehrsabwicklung sagte Kercher nur, dass Freiham bei Germering-Nord an die A 99 angeschlossen, eine verbesserte Anbindung von Aubing geplant werde und dass der dortige S-Bahnhof erneuert werden soll.

Oliver Simon (CSU) meinte, dass er bei dieser Planung schwarz sehe. Die S-Bahnen seien heute schon überfüllt. Die CSU habe deswegen beantragt, dass die U-Bahn bis Freiham und darüber hinaus sogar bis nach Germering verlängert werden soll.

Tinka Rausch (SPD) und Peter Klotz (FDP) sahen dies ähnlich. Franz Senninger (CSU) fügte hinzu, dass der Anschluss an die A 99 wenig bringen werde: Vor dem Aubinger Tunnel sei jetzt schon jeden Tag stundenlang Blockabfertigung notwendig.

Kercher blieb angesichts dieser teils massiven Kritik aber relativ gelassen. Er machte darauf aufmerksam, dass in den nächsten Jahren das gesamte Verkehrsnetz von München auf den Prüfstand gestellt werden müsse: „Es geht ja nicht nur um die 25 000 Bewohner von Freiham. München geht von einem Zuwachs von rund 250 000 Einwohnern aus.“

Notwendig ist es Kercher zufolge deswegen, dass die zweite S-Bahnstrecke umgesetzt und dass der Aubinger Tunnel ausgebaut wird. Die Erweiterung auf sechs Fahrspuren stehe als vordringlich im Bundesverkehrswegeplan. Sie sei technisch machbar. Zudem überlege man sich einen weiteren Ausbau auf acht Spuren – wo die allerdings unterkommen sollen, steht noch in den Sternen.

Eine Absage erteilte Steffen Kercher den U-Bahn-Plänen. Dies sei derzeit wirtschaftlich nicht darstellbar. Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 19 von Pasing nach Freiham sei dagegen beschlossen.

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