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Die U 5 soll mindestens bis Freiham verlängert werden,. Das fordert der Bezirksausschuss 22. 

Öffentlicher Nahverkehr

Freihamer Ausschuss kämpft für U-Bahn

Der für Freiham zuständige Bezirksausschuss hat sich eindeutig für die Verlängerung der U 5 bis zum neuen Germeringer Nachbarn ausgesprochen. Unterstützung erhält er auch aus Pasing.

Freiham/Germering„Wir tragen die Hauptlast der Dynamik der Stadtentwicklung. Das macht ein ordentliches Verkehrsmittel notwendig.“ Jürgen Schrader, CSU-Fraktionsvorsitzender im Bezirksausschuss (BA) 22 , fasste das Meinungsbild des gesamten Gremiums zugunsten der U-Bahn und eines engmaschigen Busnetzes zusammen. Der BA 22 ist neben Freiham für die Stadtteile Aubing, Langwied und Lochhausen zuständig.

Die S-Bahn sei ein sehr instabiler Faktor für den Nahverkehr, so Schrader. „Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Tram die Entwicklung in Freiham bewältigen kann“, so der Lokalpolitiker. Eine fünfseitige Stellungnahme, die von allen BA-Fraktionen mit getragen wird, untermauert diese Aussage.

Dort wird unter anderem kritisiert, dass die Berechnungsgrundlagen für die beiden Verkehrsmittel verschieden und zum Teil veraltet sind. Ausgeführt wird in der Stellungnahme, dass die Kostenschätzung einer Gutachterfirma von rund 55 Millionen für eine Verlängerung der Tram aus dem Jahr 2006 stammt. Für die neunmal so teure U-Bahn werde eine Berechnung des Baureferates der Landeshauptstadt herangezogen. „Eine Vergleichbarkeit ist nicht gegeben“, heißt es in dem Papier.

Dort wurde zudem darauf hingewiesen, dass die Berechnungsgrundlage bei der Einwohnerentwicklung aus dem Jahr 2015 stamme. Während das Gutachten von 20 000 Bewohnern im neuen Stadtteil ausgeht, sieht der BA eine Zahl von ungefähr 27 000 Bürgern als weitaus realistischer an. Außerdem sieht der BA in dieser Beziehung die möglichen Nutzer aus den Landkreisen München und Fürstenfeldbruck nicht berücksichtigt. Schrader sprach in der Ausschusssitzung am Mittwoch von fehlender Transparenz.

Ebenso geht den Aubingern ab, dass auch außerhalb der Münchner Stadtgrenzen Interesse an einem U-Bahnanschluss in Freiham besteht. So hatte sich der Germeringer Werkausschuss bereits im Februar 2016 dafür ausgesprochen, dass die U-Bahn über Pasing hinaus – bis dorthin ist der Ausbau beschlossene Sache – zumindest bis nach Freiham weitergeführt wird. Der Beschluss enthielt darüber hinaus den Wunsch, eine Verlängerung nach Germering zu prüfen. Anfang Mai war im örtlichen Planungsausschuss bekannt gegeben worden, dass eine Verlängerung der U 5 in den Regionalplan aufgenommen und Germering als Option genannt worden sei.

In diesem Zusammenhang hatten sich Ausschussmitglieder wie Reinhard Bernsdorf (SPD) auch schon zur U9 geäußert. Die ist als Entlastungsspange zwischen Hauptbahnhof und Münchner Freiheit gedacht. „Die U9 bewegt nur vorhandene, eine U5 nach Freiham viele neue Nutzer. Eine U9 müsste im Boden aufwendig gebohrt werden. Eine U5 nach Freiham könnte größtenteils in offener Bauweise und dadurch deutlich kostengünstiger errichtet werden, so Bernsdorf.

Unterstützung in Sachen U-Bahn erfuhr der BA 22 durch die Kollegen aus Pasing. Dort sieht man es als Schreckensszenario, dass künftig viele der rund 11 000 Erwerbstätigen aus Freiham über die sowieso stark belastete Bodenseestraße in Richtung Münchner Innenstadt zu ihren Arbeitsstellen fahren werden.

Auch die Bewohner von Aubing und Neuaubing, wo die Tramtrasse vorgesehen ist, sieht der BA 22 erheblich belastet. Er verweist darauf, dass Kosten für Lärmschutzmaßnahmen für den Tramverkehr noch nicht einberechnet sind. Kürzere Taktzeiten seien ebenfalls nicht möglich – unter anderem weil die Gleiskörper wegen der zu geringen Straßenbreite nicht getrennt vom Autoverkehr geführt werden könnten.

Dies würde sich vor allem in den Hauptverkehrszeiten bemerkbar machen. Befürchtet wird außerdem, dass von der Bevölkerung gut angenommene Bushaltestellen zugunsten weiter ausein-anderliegenden Tramstopps wegfallen.Für Jürgen Schrader steht jedenfalls fest: „Wir dürfen die Menschen nicht weiter belasten. Sonst bekommen wir hier einen Stadtteil zweiter Klasse.“ (hk)

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