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Frisch getestet zum Nussknacker auf Kufen

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Verzauberten das Publikum: Die Darsteller des „Moscow Circus on Ice“ (oben) zeigten das bekannte Stück „Nussknacker“. 
Verzauberten das Publikum: Die Darsteller des „Moscow Circus on Ice“ (oben) zeigten das bekannte Stück „Nussknacker“.  © hk

Man muss Zirkus nicht neu erfinden, um ihn grandios erscheinen zu lassen. Der „Moscow Circus on Ice“ begeisterte mit Ideenreichtum und Akrobatik. Für die Stadthalle war der „Nussknacker on Ice“ die erste kulturelle Veranstaltung seit mehreren Wochen.

Germering – Ein halbes Jahrhundert voller Lebensfreude hat Johannes Wehowsky schon hinter sich gebracht. „Trotzdem werde ich immer noch zum Kind, wenn es um Zirkus geht“, sagt er. Und so nimmt der Germeringer ganz locker die Corona-Kontrollen am Eingang der Stadthalle in Kauf. „Ich weiß nicht, was da manche haben, geht doch alles ganz schnell.“

Für ihn ist es ebenso kein Problem, sich vorher testen zu lassen, wenn er dann eineinhalb Stunden Kultur genießen kann. „Wenn ich mir etwas gönne, muss ich das halt einkalkulieren“, sagt er und reiht sich dann in die Reihe der Menschen ein, die ebenso auf Einlass in den Orlandosaal warten.

Den Gesichtern ist die Vorfreude auf ein gutes Stück Unterhaltung deutlich anzusehen – egal ob bei Großeltern, Erwachsenen oder Kindern. Immerhin ist die Vorstellung des „Moscow Circus on Ice“ das erste kulturelle Ereignis in der Stadthalle seit einigen Wochen. Es findet sogar am vorgesehenen Termin statt, was in Pandemie-Zeiten durchaus bemerkenswert ist. Das merkt man auch am Zuschauerinteresse. Der Orlandosaal ist gut besetzt, natürlich unter Einhaltung der coronabedingten Abstandsregelungen.

Die Zuschauer mussten sich zwar eine Viertelstunde länger gedulden bis zum Beginn, die technischen Vorbereitungen dauerten doch etwas länger. Doch dann ging es endlich los: die Geschichte von Marie, die sich an einem Weihnachten vor 150 Jahren über die Geschenke ihres etwas geheimnisumwitterten Onkels Drosselmeier freut. Neben einer tanzenden, mechanischen Figur ist das auch ein Nussknacker, den das Mädchen besonders ins Herz schließt. Die Musik des russischen Komponisten Peter Tschaikowsky passt in die Geschichte des 1892 entstandenen „Nussknackers“.

Und so wie ihn die Darsteller auf die Bühne bringen, vermischt er bisweilen die große dramatische russische Seele mit ungarischen Paprika. Sprich: An Temperament fehlt es nicht. Etwa, wenn der Nussknacker und die Zinnsoldaten den Kampf mit dem dreiköpfigen Mäusekönig aufnehmen.

Das hohe artistische Können des Teams vom „Moscow Circus on Ice“ fließt wie selbstverständlich in die Handlung ein. Zeit zum Atemholen bieten allenfalls ruhige Tanzpassagen, ansonsten ist das Publikum stets versucht, Szenenapplaus zu spendieren. Der wird besonders intensiv, als die Hauptdarstellerin jede Menge Hula-Hoop-Reifen um ihren Körper kreisen lässt.

Und dass alles auf Schlittschuhen. Dabei gleiten die Akteure gar nicht auf Eis, sondern auf speziellen Kunststoffplatten. Nur in Eishallen haben sie wirklich frostigen Boden unter den Füßen.

Seit über 55 Jahren zieht der „Moscow Circus on Ice“ seine Besucher in den Bann, seit rund 15 Jahren vermehrt in Deutschland und im westlichen Europa. Gelegentlich verstärkt sich das Ensemble mit Eiskunstlaufprofis. In Germering brauchte es das gar nicht.

„Mir reicht es schon, wenn ich auf Schlittschuhen ohne Wackler vorwärtskomme“, zeigte sich die 21-jährige Tamina Flohr beeindruckt von der Mischung aus Schauspiel, Artistik und Eislaufkunst. Man spüre schon, dass da viel Arbeit und Training dahinterstecke, so die Besucherin. Am Ende belohnte das das Publikum im Orlandosaal mit minutenlangem Applaus.

Infos zur Stadthalle

und den nächsten Veranstaltungen kann man im Internet auf www.stadthalle-germering.de nachlesen.

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