Besonders die erst zwei Wochen alten Kälbchen haben es den Grundschülern sichtlich angetan. Die beiden Landwirtschaftsschüler Maximilian Friedinger (oben, links) und Peter Huber (oben, rechts) halfen den Kindern beim behutsamen Umgang mit den jungen Tieren.Der Eresinger Gabriel Kuhn (Foto unten) erklärte dem interessierten Nachwuchs, wie ein Traktor und eine Futtermaschine funktionieren. Die Viertklässler Simon, Chrissi, Severin und Michelle wollen es schließlich ganz genau wissen.

Theresenschüler auf dem Bauernhof

Frische Milch kommt von braunen Kühen

Milch kommt aus dem Supermarkt und Kühe sind lila. So glaubt man, dass sich Kinder heutzutage das Leben in der Landwirtschaft vorstellen. Dem wollen Philipp Fruth und seine Kommilitonen von der Landwirtschaftsschule Fürstenfeldbruck Abhilfe schaffen. Mit einem Schultag auf dem Bauernhof.

Germering – So ein Tag auf dem Bauernhof ist schon etwas Besonderes. Einmal kennenlernen, wie der Alltag eines Bauern aussieht, wie er die Tiere versorgt, mit welchen Maschinen er arbeitet. Selber sehen, wie und warum Silage gemacht wird. Riechen und mit den eigenen Händen spuren, wie dieses „Sauerkraut für Kühe“ sich anfühlt.

Denn, wenn man auf einem Hof aufwächst, muss man schon früh mit anpacken. Das erklärte Philipp Fruth den Schülern der 4a und der 4c der Theresen-Grundschule gleich zur Begrüßung. Fruth selbst ist Landwirtschaftsschüler in Fürstenfeldbruck. Zusammen mit seinen Kommilitonen des dritten Semesters hat er den Schultag auf dem Hof seiner Familie für die Grundschüler organisiert.

An acht über den Fruth-Hof verteilten Stationen konnten die Kinder in Kleingruppen allerhand über das Leben mit Landwirtschaft erfahren. Die Landwirtschaftsschüler zeigten, wie was funktioniert und nahmen sich reichlich Zeit, um auf die Fragen der Grundschulkinder einzugehen.

Ein Höhepunkt für die kleinen Bauernhofbesucher war natürlich der Kontakt mit den Tieren. Denn der Hof der Familie Fruth hat insgesamt etwa 90 Kühe, von denen 40 Milch geben. Einmal selbst im Stall füttern, das lässt sich keiner der wissbegierigen Grundschüler nehmen.

Bei so viel Arbeit darf natürlich eine Stärkung nicht fehlen. Daher gab es auch zwei Stationen namens „Von der Kartoffel zur Pommes“ und „Pommes essen“. Hier konnten die Kinder anhand regionaler Produkte den Weg der Erdäpfel vom Schälen bis auf den Teller nachvollziegen. Serviert wurden die Fritten ohne Ketchup und Mayonnaise, damit man einmal den echten Geschmack erleben kann. „Wir wollen so ein Bewusstsein dafür schaffen, wo das Essen herkommt. Und dafür, dass man fast alles selber machen kann“, erklärt der 23-jährige Philipp Fruth, der einmal den Hof der Eltern übernehmen will. „Mir schmecken die hausgemachten Pommes einfach besser.“

Und ja, diese Pommes schmecken sogar sehr viel besser, darin sind sich die Grundschüler von der Theresen-Schule einig. Natürlich gab es für die Kinder am Ende eines gleichermaßen anstrengenden wie lehrreichen Tages auf dem Bauernhof auch ein Diplom, eigenhändig unterschrieben von den beiden Semestersprechern und Nachwuchsbauern Sebastian Oberhauser und Peter Huber. (Katja Brenner)

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