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Der Schneeräumer wartet noch auf seinen Einsatz. Germerings stellvertretender Bauhofleiter Michael Seeholzer und seine Mannschaft haben aber auch ohne die weiße Pracht genug zu tun. 

Landkreis Fürstenfeldbruck

Milder Winter: Bauhof muss Bäumchen gießen statt Schnee räumen

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Am Mittwoch ist offiziell Halbzeit beim Winter. Schnee war bislang allerdings Mangelware. Bauhofmitarbeiter mussten nicht zum Schneeräumen ausrücken. Wird es ihnen deshalb langweilig?

Germering - Nein, sagt Michael Seeholzer, stellvertretender Chef am Germeringer Bauhof, der unter anderem für das Schneeräumen zuständig ist. Im Interview erklärt er, was seine Mitarbeiter ohne Schnee machen und weshalb der milde Winter für den Bauhof auch Nachteile mit sich bringt.

Herr Seeholzer, der Winter war bisher ja ein Totalausfall. Wird Ihnen schon langweilig?

Auf keinen Fall. Arbeit haben wir genug. Es gibt Grünanlagen zu pflegen, Sträucher müssen geschnitten, Zäune erneuert werden. Ohne Schnee haben wir auch mehr Zeit, um beispielsweise Gullis zu reinigen oder Holz im Wald zu machen. Arbeit haben wir am Bauhof genug – auch ohne Winter.

Musste der Winterdienst überhaupt schon mal ausrücken?

Schon öfter. Auch wenn es bisher keinen Schnee gab. Wir hatten es aber schon mit Reifglätte und überfrierender Nässe zu tun. Das bekommen viele aber nicht mit, wenn sie morgens zur Arbeit fahren. Die Straßen sind frei, es liegt kein Schnee. Dass wir uns aber schon in der Früh um die Glätte gekümmert haben, fällt keinem auf. Schnee räumen mussten wir aber tatsächlich noch nicht. Die Schneeräumer warten noch auf ihren ersten Einsatz.

Wie viel Geld hat der milde Winter der Stadt schon eingespart?

Das kann man nicht so genau sagen. Letztes Jahr gab es relativ viel Schnee und wir haben viel Streugut gebraucht. Genaue Zahlen, wie viel wir uns bisher gespart haben, gibt es aber noch nicht.

Haben die warmen Temperaturen auch negative Auswirkungen auf die Arbeit des Bauhofs?

Es gibt Arbeiten, bei denen es besser ist, wenn der Boden gefroren ist. Zum Beispiel wenn wir über unbefestigtes Gelände fahren müssen. Da sinkt man mit schweren Maschinen ein, wenn der Boden weich ist. Außerdem fehlt Feuchtigkeit. Die obersten Bodenschichten sind schon wieder sehr trocken. Viele Pflanzen haben bereits jetzt Trockenstress. Mitte Dezember mussten wir frisch gepflanzte Bäume noch einmal wässern. Das gab es noch nie.

Wie sehen Sie das Wetter eigentlich persönlich? Vermissen Sie den Winter?

Wenn es nur Matsch gibt, dann kann er mir gestohlen bleiben. Kälte und eine geschlossene Schneedecke – so mag ich den Winter. Gerade über die Feiertage war es aber auch sehr schön, nicht jeden Tag raus zu müssen.  tog

Das war vor einem Jahr.

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