Haben nicht mehr viel zu tun: Angelika Müller und ihr Sohn Sebastian warten in der Corona-Pandemie oft vergeblich auf Kundschaft, die etwas reinigen lassen möchte.
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Haben nicht mehr viel zu tun: Angelika Müller und ihr Sohn Sebastian warten in der Corona-Pandemie oft vergeblich auf Kundschaft, die etwas reinigen lassen möchte.

Als Folge der Corona-Krise

Reinigungen klagen über Auftragsschwund

Geschlossene Restaurants, Home-Office, abgesagte Hochzeiten: Für die Reinigungen im Landkreis gibt es in der Corona-Zeit nicht viel zu tun. Die Umsätze sind im Keller. Lange können viele die momentane Situation nicht mehr durchstehen.

Landkreis – „Schlecht, sehr schlecht!“ So beschreibt Angelika Müller die aktuelle Auftragslage in ihrer Reinigung Euro Clean in Germering. Sie führt das Geschäft mit ihrem Mann. Lockdown und Home-Office machen ihrer Branche in der Corona-Pandemie zu schaffen.

Die größten Aufträge kommen normalerweise aus der Gastronomie. Doch wenn alle Lokale geschlossen sind, gibt es keine Tischdecken zu waschen. Und wer im Home-Office arbeitet muss sich nicht in Schale schmeißen.

Vor der Pandemie wurden im Germeringer Reinigungsgeschäft im Durchschnitt 500 Hemden täglich gereinigt. „An einem sehr guten Tag kommen jetzt gerade mal 100 Hemden rein“, berichtet der Chef Walter Müller.

Auch die Trachtensaison ist in der Reinigungsbranche ausgefallen. „Normalerweise werden wir zu Wiesn-Zeiten mit den Lederhosen und Dirndln geradezu überflutet“, so Müller.

In der Gröbenzeller Goldstück Reinigung sind es vor allem auch die Brautkleider, die fehlen. Inhaberin der Reinigungskette, zu der die Goldstück Reinigung gehört, sind Maren Wagner und ihr Mann. Ihre drei Gröbenzeller Mitarbeiter haben nur zehn Kleider im vergangenen Jahr bearbeitet. „In den Jahren zuvor haben wir in der Saison zwei bis drei Brautkleider pro Woche gereinigt“, sagt Maren Wagner. Ein weiteres großes Problem für Reinigungen in Corona-Zeiten ist, dass viele Kunden gar nicht wissen, dass sie auf haben. Aber es gibt auch Lichtblicke.

Reinigungen in der Corona-Krise: Teppiche und Betten als Rettungsanker

„Treue Kunden bringen auch weiterhin, was sie gerade zum Reinigen haben“, so Wagner. Dies sind derzeit teilweise andere Dinge als sonst üblich. „Die Leute sind jetzt viel mehr Zuhause, deswegen wollen sie sich dort auch richtig wohlfühlen.“ Also brächten sie verstärkt ihre Betten, Teppiche und Vorhänge. Das könne aber die fehlenden Aufträge aus den anderen Bereichen nicht ausgleichen.

Die Bilanz am Ende des Corona-Jahres fiel erschreckend aus. Das Ehepaar Müller konnte mit seinem Euro Clean 2020 nur 22 Prozent vom Vorjahresumsatz erwirtschaften. „Aktuell nähren wir uns noch von den Rücklagen aus den vergangenen 22 Jahren, lange reichen die aber auch nicht mehr“, erklärt Wagner. Beide Reinigungen werden diese Situation noch etwa drei Monate durchhalten. Sie hoffen auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. (Paul Burgmeier)

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