Was sich an den Gymnasien ändern würde 

G 9: Germerings Schulen hoffen auf baldigen Entschluss

Nach weniger als 15 Jahren zeichnet sich ab, dass der Freistaat Bayern wohl zum G 9 zurückkehren wird. Im Landkreis beträfe das sieben Gymnasien, darunter zwei in der Stadt Germering.

Germering – Beim Tauziehen um eine baldige Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium in Bayern soll in naher Zukunft eine Entscheidung fallen. Bei den Schulen erwartet man sie mit Spannung. Die Abkehr vom G 8 brächte schließlich erhebliche Veränderungen mit sich: Etwa gebe es wieder mehr Klassen, den Schülern stelle sich die Frage nach der ersten und zweiten Fremdsprache und die Oberstufe müsste ausgebaut werden.

Georg Gebhard ist Direktor am Carl- Spitzweg-Gymnasium.

Georg Gebhard ist Schulleiter am Carl-Spitzweg-Gymnasium. Er nimmt regelmäßig bei zwei bayerischen Direktorentagungen teil. Er begrüßt den Entschluss der Landesregierung, keine Doppelstruktur einzuführen, also auf zwei verschiedene Gymnasialformen verzichten zu wollen. Ihm ist diese „klare Entscheidung“ besonders wichtig, sagt er. Gleichwohl kann auch er nicht absehen, was sich im Zuge der Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums verändern würde. „Wenn der Lehrplan im G 9 für die fünften und sechsten Klassen mit dem jetzigen gleich bleibt und sich erst ab der Mittelstufe ändert, hätten wir einen soliden Grundpfeiler“, sagt er.

Am Germeringer Max-Born-Gymnasium will man abwarten

Beim Thema fehlende Raumkapazität baut Gebhard auf Investition der Landesregierung: „Zu kleine Schulgebäude müssen erweitert werden.“ Außerdem wünscht er sich kleinere Klassen, um den pädagogischen Wert zu steigern. „Das Klassenbild hat sich in der Vergangenheit stark verändert. Wir haben inhomogene Klassen, die Schüler stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten, hinzu kommen Schüler mit ADS oder anderen Einschränkungen.“ Im Bereich offene Ganztagsbetreuung sieht der Direktor seine Schule gut aufgestellt. Wenn Pflichtnachmittagsunterricht durch das G 9 wegfallen würde, könnte das Gymnasium weiteren Schülern ein Betreuungsangebot leisten.

Am Max-Born-Gymnasium indessen will man die Entscheidung der Staatsregierung vorerst abwarten, so Schulleiter Robert Christoph. Dann wolle man sich auf die Situation einstellen und bestmöglich handeln, heißt es.

Mangel an Informationen stellt die Schulen vor eine schwierige Situation

Barbara Hagmann ist Schulreferentin der Stadt Germering.

Die Schulreferentin der Stadt und Grünen-Stadträtin Barbara Hagmann hält den Zick-Zack-Kurs der CSU in Sachen G 9 für äußerst problematisch. Besonders der Mangel an Informationen stelle die Schulen vor eine schwierige Situation, sagt sie. „Sämtliche Neuigkeiten zum mehrjährigen Gymnasium beziehen wir auch nur aus der Zeitung.“ Sie fordert eine Einbindung der gesamten Schulfamilie in den Entscheidungsprozess, damit diese die Veränderungen mittragen kann. „Eine überhastete Entscheidung wie bei Einführung des G 8 würde zu weiterer Unglaubwürdigkeit führen“, sagt sie. Schulleiter Gebhard vom Carl-Spitzweg-Gymnasium hingegen versteht das Stillhalten des Schulministeriums. Schließlich trage die CSU die komplette Verantwortung, sagt er. Einig sind sich Gebhard und Hagmann darin, dass zeitnah entschieden werden muss.

Aus dem Landratsamt heißt es zu einer mutmaßlichen Rückkehr zum G 9, man befände sich weiterhin in der Wartehaltung, so ein Sprecher. So lange keine Entscheidung und damit kein Konzept auf dem Tisch liege, wären sämtliche Veränderungen nicht absehbar. Schließlich wisse man nicht um den weiteren Aufbau der Oberstufe und wie es sich mit den Fremdsprachen verhalten werde. Aber auch im Landratsamt ist man sich sicher, dass viele Gymnasien im Landkreis vor große Platzprobleme gestellt würden.

von Matthias Kast

Rubriklistenbild: © dpa

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