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Mit der Einweihung des Aufzugs am S-Bahnhof im Stadtzentrum vor fast zwei Jahren hat Sozialreferent Herbert Sedlmeier (M.) ein wichtiges Element der Barrierefreiheit in Germering begrüßt. Ein Konzept soll jetzt aufzeigen, wo es noch hapert. 

Sozialausschuss

Ganz Germering soll barrierefrei werden

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Die Stadt will ein Gesamtkonzept zum Thema Barrierefreiheit erstellen lassen. Die Verwaltung soll entsprechende Angebote bei einschlägigen Instituten einholen.

Germering – Erst vor wenigen Wochen hat Sozialreferent Herber Sedlmeier (CSU) in seiner Eigenschaft als Behindertenbeauftragter des Landkreises im Sozialausschuss den kommunalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention vorgestellt. Dabei ging es auch um die Frage, wie Barrierefreiheit im öffentlichen Raum hergestellt werden kann.

Jetzt wurde wiederum im Ausschuss der erste Schritt für die Umsetzung des Aktionsplanes beschlossen. Ein Institut soll mit der Erstellung eines Gesamtkonzeptes Barrierefreiheit beauftragt werden. Sedlmeier reagierte entsprechend positiv: „Wenn das die Konsequenz meines Vortrags ist, dann freue ich mich sehr.“ Seiner Meinung nach sollte man sich mit der Umsetzung an die Arbeitsgruppe für Altersforschung und Sozialplanung (AfA) wenden, mit der die Stadt schon beste Erfahrungen gemacht habe. Das Institut hat vor fast 30 Jahren den ersten Germeringer Altenplan entwickelt und vor zwei Jahren eine Bürgerbefragung zur Wohnsituation im Alter durchgeführt.

Aus Sicht von Sozialamtsleiter Martin Rattenberger bedeutet Barriefreiheit, dass Gebäude und der öffentliche Raum, Arbeitsstätten und Wohnungen, Verkehrsmittel und Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote so gestaltet werden, dass sie für alle ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Dies sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch in den Aufgabenbereich der Kommunen fällt. Ziel müsse sein, die Stadt so zu gestalten, dass sie allen Bürgern eine selbstbestimmte Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen.

Das Konzept soll deswegen für den gesamten Stadtbereich aufzeigen, wie es mit der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, in den der Öffentlichkeit zur Verfügung stehenden Gebäuden und denen von Privateigentümern aussieht. Im Innenstadtbereich sei dies besonders wichtig, um auch den Einzelhandel barrierefrei zugänglich zu machen.

Durch eine Analyse und Bewertung der Ist-Situation und durch konkrete Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung erhält die Stadt damit für sich, aber auch zur Beratung für private Eigentümer einen Orientierungskatalog. So kann auf Mängel und auf mögliche Sanierungsbereiche hingewiesen werden.

Erfolg und Akzeptanz eines Projekts zur Verbesserung der Barrierefreiheit hängen der Verwaltung zufolge wesentlich von einem gelungenen Dialog ab. Häufig treffen unterschiedliche Sichtweisen und Interessen aufeinander. Ein besonderes Augenmerk soll deshalb auf der Information und Beteiligung der Betroffenen, der Verbände, aller Bürger sowie sonstiger bedeutsamer Akteure wie Einzelhandel, Gastronomie oder ÖPNV gelegt werden. Lösungsansätze sollen laut Rattenberger von Anfang an konstruktiv gemeinsam entwickelt werden.

Im Vorfeld wurden der Behinderten- und der Seniorenbeirat von der Erstellung des Konzeptes informiert. Beide Gremien unterstützen das Vorhaben.

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