Monika Gruber mit Merkur-Redakteur Peter Loder.

Interview

Garderobengefüster in Germering: D’Gruaberin spürt Energie in der Stadthalle

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Bevor sie ein einjähriges Sabbatical einlegt, ist die Münchner Olympiahalle in knapp einem Monat bereits zweimal ausverkauft. Genauso wie zuletzt der Germeringer Stadtsaal, wo Monika Gruber (48) vor ihrer selbst auferlegten künstlerischen Pause mit ihrem „Wahnsinn!“-Programm noch einmal gastierte.

Germering – Fast schon zur Tradition bei ihren Auftritten im Landkreis gehört das „Garderobengeflüster“ mit Merkur-Redakteur Peter Loder.

Frau Gruber, einige Germeringer Fans haben vor gut eineinhalb Jahren das „Wahnsinn!“-Programm als Testlauf hier schon einmal erlebt. Nun wunderten sie sich, dass es im Gegensatz zu damals völlig anders war.

Das ist immer so. Irgendwann schreibst du was und fängst an zu spielen. Dann änderte sich das Programm sukzessive. Etwa durch das Zeitgeschehen. Oder mir sind andere Sachen wichtiger geworden und ich ändere die Prioritäten. Auch wenn ich merke, dass die Reaktionen im Publikum anders werden. Ich teste das Programm ja nicht komplett vorher aus, nachdem es im stillen Kämmerlein geschrieben wurde.

Wo ist denn das stille Kämmerlein?

Bei mir daheim. Dort schreibe ich mit einem Freund etwas zusammen, dann einigen wir uns auf einen Text und ich studiere ihn ein.

Wie lange brauchen Sie dafür?

So gut drei Monate.

In Germering sind Sie offenbar besonders gern.

Es gibt Säle, die toteln irgendwie. Aber der hier in Germering hat einfach eine außergewöhnlich gute Energie. Die Leute sind richtig nah dran. Schöner wär’s noch ohne den leeren Mittelgang.

Und im Brucker Stadtsaal?

Da war ich letztes Jahr. Der ist eigentlich etwas zu klein. Da müsste ich dreimal hintereinander auftreten, um alle Kartenwünsche zu erfüllen.

Haben Sie eigentlich schon mal daran gedacht, sich politisch zu engagieren?

Der Beruf, den ich habe, ist doch wunderbar. Ich kann machen und sagen, was ich will. Das könnte ich als Politikerin nicht.

Wenn morgen Bundestagswahl wäre: Wüssten Sie, wem Sie Ihre Stimme geben würden?

Ehrlich gesagt, nein. Das ist auch das Tragische. Ich glaube, es geht ganz vielen Leuten so. Sie bilden die radikale Mitte, die momentan keine Stimme mehr hat. Früher hat ein Politiker einen Satz gesagt und du hast ihn gleich einer Partei zuordnen können. Das geht heute nicht mehr, weil alle den gleichen Mischmasch reden. Du weißt gar nicht mehr, für was eine Partei steht. Die SPD schafft sich gerade selbst ab und die CDU macht genau dasselbe. Das ist traurig, denn es sind ehemalige Volksparteien. Darüber könnten wir stundenlang reden und uns echauffieren.

Was machen Sie jetzt in Ihrer einjährigen Pause?

Einen Italienischkurs in Italien. Wo, sag’ ich aber nicht. Ich muss einfach wieder leben, damit ich etwas erlebe und dann erzählen kann.

Dann machen Sie tatsächlich Pause von Bayern?

Nur ein paar Wochen. Ich möchte auch daheim bei der Familie sein. Bei den Neffen und Nichten...

...die es wirklich gibt und nicht fürs Programm erfunden wurden?

Natürlich gibt es die.

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