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Stein des Anstoßes: Das Stromkabel zur Versorgung der A 96-Baustelle. 

Anwohner übt Kritik

Gefährdet ein Stromkabel den Ausbau der A 96?

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Die Stromversorgung der Baustellen-Einrichtung an der A 96 gefährdet die Sicherheit von Kindern. Das glaubt ein Anwohner der Kerschensteiner Straße 141 – nicht aber die Autobahndirektion und die Baufirma.

Germering – Die A 96-Baustelle wird mit Strom versorgt, der von einer Trafostation an der Kerschensteinerstraße 141 abgezweigt wird. Von hier aus führt ein dickes Kabel zur Baustelleneinrichtung an der Pestalozzistraße und auf die Autobahn. Für Anwohner Helmut Griebel ist dies zu gefährlich. Er befürchtet, dass spielende Kinder hier Unheil anrichten können. Außerdem könnten bei Sturm herabfallende Äste die Sicherheit gefährden. Griebel schaltete einen Anwalt ein und setzte der Autobahndirektion Süd eine Frist, die gestern abgelaufen ist: Sollte sich dann nichts ändern, werde er klagen. Es gehe ihm ausschließlich um die Sicherheit, meinte er gestern im Gespräch mit dem Merkur.

Olaf Weller von der Autobahndirektion und Bauleiter Reinhard Bukowsky von der Firma Hinteregger stufen die Lage ganz anders ein. Die Sicherheit sei immer gewährleistet, meint Bukowsky. „Die Bayernwerke haben den Strom erst freigeschaltet, als alles geprüft war.“

Es wird eine Abstimmung über die Stromversorgung geben – Griebel wird ablehnen

Olaf Weller sieht dies auch so. Die Baustelle werde regelmäßig von einem Sicherheits- und Gefahrenkoordinator, dem so genannten Sigeko, geprüft. Die Eigentümergemeinschaft habe zudem zu allen Maßnahmen ihre Zustimmung erteilt. Außerdem habe man nach ersten Beschwerden von Griebel in einigen Punkten nachgebessert – Griebel sei damit auch zufrieden gewesen.

Eine mögliche Klage des Anwohners bezieht sich deswegen jetzt auch nicht auf die Sicherheit. Ein Vertreter der Eigentümergemeinschaft erklärte, dass sich Griebel mittlerweile auf einen anderen Grund festlege. Der Baustromkasten sei widerrechtlich direkt neben die Trafostation der Bayernwerke gestellt worden. Dies sei im Grundbuch nicht vorgesehen. Alle anderen Bewohner der Siedlung, also auch die Eigentümergemeinschaft, sehen dies anders. Sie befürchten im Falle einer Klage, dass sich Arbeiten an der Autobahn auf Jahre verzögern könnten. Dabei hoffe man sehnlichst vor allem auf die Fertigstellung der Halbgalerie und der übrigen Lärmschutzmaßnahmen. Bei einer Eigentümerversammlung Anfang Oktober werde man deswegen über eine Zustimmung zur Stromversorgung abstimmen lassen. Griebel wird dies ablehnen.

Olaf Weller ist deswegen allerdings nicht beunruhigt: „Wir warten ab. Ich glaube aber nicht, dass der Weiterbau gefährdet ist. Es ist alles rechtens gelaufen.“

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