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Gefahr fürs Trinkwasser? Stadt Germering rüstet nach

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Von: Klaus Greif

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Trinkwasser
Beispielfoto: Trinkwasser © dpa / Lino Mirgeler

Die Stadtwerke kaufen zwei eigene Anlagen zur Desinfektion des Trinkwassers. Das ist eine Folge der Chlorungaktion, die vor einigen Monaten durchgeführt werden musste. Grund: Der damals notwendige Auftrag an eine Firma verzögerte den Einsatz um eine Woche.

Germering – Anfang Juli war die Stadt gezwungen, das Trinkwasser zu desinfizieren. Auf einem Feld im Wasserschutzgebiet nahe der beiden städtischen Brunnen, aus denen die Stadt ihr Wasser gewinnt, waren versehentlich zehn Tonnen Gärsubstrat ausgebracht worden. Es bestand Gefahr, dass Coli- und coliforme Bakterien ins Trinkwasser eindringen. Vier Wochen lang wurde dem Wasser Chlor zugesetzt.

Die Aktion war letztlich erfolgreich. Restlos zufrieden waren die Stadtwerke und auch das zuständige Gesundheitsamt Fürstenfeldbruck aber nicht. Hauptproblem war, dass die Stadtwerke zunächst Schwierigkeiten hatte, überhaupt einen Dienstleister für die Chloraktion zu finden. Vom Tag der Verschmutzung bis zum Beginn der Chlorung verstrichen deswegen sieben Tage. Das Gesundheitsamt hat laut OB Andreas Haas wegen dieser Verzögerung gefordert, dass die Stadtwerke vorsorgen und stationäre Desinfektionsanlagen bei den Brunnen installieren sollen.

Zur Sprache kam die Thematik bei der Diskussion des Wirtschaftsplanes 2019, der im Werkausschuss vorbehandelt wurde (siehe Kasten). Paul Wunderl (CSU) kritisierte, dass die Stadtwerke 30 000 Euro in die zwei Anlagen investieren, obwohl die Verunreinigung doch ein absoluter Einzelfall gewesen sei. Notfalls, so sein Argument, könne man sich doch solche Anlagen auch bei benachbarten Wasserwerken ausleihen. Schmid und auch OB Andreas Haas wiesen dies mit dem Hinweis auf die Forderung des Gesundheitsamtes ab.

Noch nicht geklärt ist allerdings die Frage, welche Art der Desinfektion gewählt wird. Im Wirtschaftsplan steht zwar, dass mit den 30 000 Euro zwei Chlordioxid-Anlagen gekauft werden. Möglicherweise entscheide man sich aber doch für die Alternative einer UV-Desinfektion, so Schmid. Wichtig sei nur, dass der Betrag im Haushalt bleibe.

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30 000 Euro sind kein Pappenstiel. Da kann man schon die Frage stellen, ob die Stadtwerke diese Summe wegen eines Problems investieren sollen, das so gut wie nie auftaucht. Die Chlorung des Trinkwassers wegen der Verunreinigung eines Feldes im Wasserschutzgebiet war in der Tat ein Einzelfall, den es so vorher nie gegeben hat. Die Stadt hatte aber auch Glück, weil es wegen der dortigen Bodenbeschaffenheit über eine Woche gedauert hätte, bis gefährliche Bakterien ins Wasser gekommen wären. Nur deswegen war es nicht so schlimm, dass mit der Chlorung erst eine Woche später begonnen werden konnte. Dass die Stadtwerke jetzt vorsorgen und Desinfektionsanlagen fest installieren, ist also nur folgerichtig. (Klaus Greif)

Auch interessant: Bericht vom Abschluss der Chlorung.

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