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Die SPD hat in Steinebach ihren Direktkandidaten für die Bundestagswahl gekürt (v.l):. Hannes Wagner, Daniel Liebetruth, Bettina Barnet, Christian Winkelmeier, Julian Ney und Stephan Troberg.

Nominierung

SPD geht mit 25-jährigem Gilchinger in die Bundestagswahl

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Steinebach/Germering – Der erst 25 Jahre alte Christian Winklmeier aus Gilching tritt bei der Bundestagswahl im Herbst 2017 als Direktkandidat im neu geschaffenen Wahlkreis Starnberg-Landsberg an, zu dem auch Germering gehört.

SPD-Veranstaltungen sind ja gemeinhin Orte reger Diskussionen. Eine der wichtigsten Entscheidungen der jüngsten Zeit trafen die Starnberger, Landsberger und Germeringer Genossen aber ohne jede Aussprache und einmütig: Christian Winklmeier wurde in der Gaststätte Augustiner in Steinebach zum Direktkandidaten des neuen Wahlkreises gekürt. Winklmeier sei „schlau, fokussiert und bereit, auch gegen Widerstände seinen Überzeugungen treu zu bleiben“, lobte die Starnberger SPD-Kreisvorsitzende Julia Ney (39). Winklmeier selbst freute sich über 47 Ja-Stimmen (bei fünf Enthaltungen) und will nun zwölf Monate Vollgas geben.

Das tut er bereits seit 19 Jahren im Tischtennis – und hat dabei eine seiner bislang prägendsten Bekanntschaften gemacht. Als 13-Jähriger lebte und trainierte Winklmeier im (mittlerweile geschlossenen) Tischtennis-Internat in Würzburg, wo er den irakischen Flüchtling Munir Mubdir Jassem kennenlernte, einen ehemaligen Olympia-Teilnehmer, dem Husseins Schergen einst den Arm brachen, sodass er bis heute eine Metallplatte im linken Oberarm trägt. Jassem flüchtete nach Deutschland, wartete jahrelang auf seine Anerkennung, wollte zurück in die Heimat, kam aufgrund der schlimmen Situation dort wieder und lebt bis heute in Bayern, wo er nach wie vor Tischtennis spielt und als Trainer tätigt ist.

Für Winklmeier ist Jassem längst ein guter Freund. „Seine Geschichte zeigt, dass der größte Wunsch vieler Flüchtlinge ist, in ihr Land und zu ihren Familien zurückzukehren“, sagte der SPD-Kandidat. Und sie zeige auch, dass schnelle Entscheidungen in Deutschland nötig seien, wer im Land bleiben dürfe und wer nicht. „Dann müssen wir schnellstmöglich versuchen, die Menschen zu integrieren.“ Dazu zählten Sprachkurse, Jobangebote, Vereinsmitgliedschaften und eine Unterbringung in zentraler Lage und nicht am Rand der Gemeinden – und damit am Rand der Gesellschaft. Anstatt über Obergrenzen zu diskutieren, solle die Politik lieber Regeln für die nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte aufstellen. Denn Flucht werde für lange Zeit eines der zentralen Themen bleiben.

Daneben sprach sich Winklmeier für eine Gemeindefinanzreform (mehr Einkommensteuer-, weniger Gewerbesteueranteile), für eine Förderung des sozialen Wohnungsbaus („Das Eigenheim ist der größte Schutz vor Altersarmut“) und gegen verfrühte Festlegungen aus (Rot- Rot-Grün dürfe nicht ausgeschlossen werden).

Bis zur Bundestagswahl bekommt er Unterstützung vom neuen Bundestagswahlkreis- Vorstand, den die SPD ebenfalls gewählt hat: Vorsitzende ist die Landsberger SPD-Chefin Bettina Barnet, Stellvertreter ist neben Julia Ney Daniel Liebetruth aus Germering, Stephan Troberg (Weßling) ist Schatzmeister, Hannes Wagner (Gilching) Schriftführer. Den weiteren Kreis bilden Andreas Schöpf (Gilching), Stefan Rauch (Herrsching), Jan Bernrader (Germering), Dominic R. Scales, Felix Bredschneijder und Markus Wasserle (alle Landsberg).

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