Noch ist das Kreuzlinger Feld in Germering eine große freie Fläche.
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Noch ist das Kreuzlinger Feld in Germering eine große freie Fläche.

Veränderte Verhältnisse im Stadtrat

Geringere Versiegelung am Kreuzlinger Feld

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Die Mehrheit im Stadtrat für die geplante Bebauung des Kreuzlinger Felds schrumpft. Die SPD hat sich den Reihen der Gegner angeschlossen.

Germering – Deutlich wurde dies am Dienstag im Bauausschuss, der die im Bebauungsplanverfahren eingegangenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange diskutierte.

Am Kreuzlinger Feld zwischen der Alfons-Baumann-Straße und der Bahnline sollen rund 750 Wohnungen für etwa 1000 Bewohner, eine Schule, eine Kita und einem Supermarkt entstehen. Der Vorentwurf für den notwendigen Bebauungsplan war im Januar noch vom alten Stadtrat gebilligt worden. Damals stimmte die SPD noch für die Pläne. Das hat sich mit der neuen Stadtratsfraktion geändert. Bei der Diskussion der im Verfahren eingegangenen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange lehnte Fraktionssprecher Daniel Liebetruth (SPD) die geplante Bebauung als zu massiv ab. Analog zu den Auslassungen von Umweltbeirat und Bund Naturschutz befürchtete er, dass die Bebauung die Durchlüftung der Stadt beeinträchtigen werde. Das vorhandene Windgutachten stamme aus dem Jahr 1998.

Stadtbaumeister Jürgen Thum wies darauf hin, dass das vor kurzem beim Deutschen Wetterdienst (DWD) beauftragte neue Windgutachten nicht so dezidierte Aussagen machen könne wie das alte. Das sei ihm von DWD-Vertretern klar gemacht worden.

Landschaftsarchitekt Michel Hinnenthal verdeutlichte, dass das existierende Gutachten bei der Planung der Baukörper-Situierung eine wichtige Rolle gespielt habe. Von der Landsberger Straße als wichtigster Kaltluft-Schneise der Stadt sei man so weit wie möglich abgerückt. Gegen die mögliche Erwärmung des Binnenklimas wegen der Versiegelung habe man die Pflanzung vieler Bäume eingeplant. Diese würden aber auch eine optimale Durchlüftung verhindern und so in Konflikt mit dem Windgutachten stehen.

Ein wichtiger Punkt der Diskussion im Ausschuss war die Höhe der geplanten Bodenversiegelung. Das Landratsamt hatte den hohen Versiegelungsgrad von bis zu 90 Prozent moniert. Laut Stadtbaumeister Thum liegt allerdings der tatsächliche Grad der Versiegelung durch Hochbauten nur bei 40 Prozent.

Zählt man Nebenanlagen wie Zufahrten, Stellplätze und Wege dazu, komme man nach einer überarbeiteten Planung nur noch auf maximal 80 Prozent. Auch diese Zahl könnte möglicherweise noch unterschritten werden. Dass dies das Ziel sein muss, machte Franz Senninger (CSU) deutlich: „Wir wollen die Versiegelung so gering wie möglich halten.“

Zu den Nebenanlagen, die der Versiegelung zugerechnet werden, zählt auch die so genannte Promenade. Sie durchzieht das Areal von West nach Ost und soll möglichst nicht unterbaut werden. Dadurch wird das Setzen größerer Bäume möglich. Eine Ausnahme müsste nur zugelassen werden, wenn die zwei im Norden und im Süden vorgesehenen Tiefgaragen unter den Wohnbereichen verbunden werden sollen.

Planer Peter Bohn warnte davor, den Grad der Versiegelung auf 70 Prozent zu drücken. Das sollte man sich sehr sorgfältig überlegen, weil es die Planung stark beeinträchtigen könne. OB Andreas Haas wies allerdings darauf hin, dass der Versieglungsgrad der Hochbauten nicht verändert werde. Es bleibe bei 40 Prozent.

Der Bauausschuss stimmte am Dienstag nur über die Stellungnahmen und die Ausführungen der Verwaltung dazu ab. Bei den kritischen Punkten von Umweltbeirat und Bund Naturschutz stimmten sieben Stadträte mit OB Andreas Haas für den Vorschlag der Verwaltung, die sechs Vertreter von Grünen, SPD und ÖDP waren dagegen. Die abschließende Abstimmung über den Fortgang des Verfahrens gibt es erst nächste Woche. Am Dienstag, 24. September, 18 Uhr, werden im Orlandosaal der Stadthalle die Stellungnahmen der Bürger behandelt.

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