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Hinter Blümchen und Bauzaun liegt die Brachfläche, auf der einmal das Briefzentrum der Post entstehen soll.

Germering

Weiter verhärtete Fronten beim Briefzentrum

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Die Pläne für das Briefzentrum der Post haben eine weitere Hürde genommen. Der Stadtrat hat jetzt den Bebauungsplan gebilligt. Die Sitzung im Orlandosaal der Stadthalle machte aber auch klar: In Sachen Briefzentrum geht auch durch das neu zusammengesetzte Gremium ein tiefer Riss.

Germering – Die Post will bei ihrem Mega-Vorhaben unter anderem mit ökologischen Fragen punkten. Dabei ist der Konzern aber offenbar über das Ziel hinausgeschossen. Stolze 105 Bäume wollte das Unternehmen auf dem Areal pflanzen. Das war der Unteren Naturschutzbehörde zu viel. Sie befürchtete negative Auswirkungen für die Entwicklung einer artenreichen Wiese und schlug die Reduzierung auf 75 Bäume vor. Auf Anregung von Franz Senninger (CSU) im Planungs- und Bauausschuss prüfte Landschaftsplanerin Andrea Gebhard, ob die überschüssigen Bäume vor die DHL-Pakethalle gesetzt werden könnten. Im Stadtrat verkündete sie jetzt, dass dies generell möglich sei.

Debattiert wurde im Orlandosaal auch nochmals über die Höhe der zu erwartenden Gewerbesteuer. Im Rahmen der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung hatte Carmen Greiff von der Bürgerinitiative gegen das Briefzentrum die Verlässlichkeit des Steueraufkommens für die Stadt kritisch hinterfragt. Projektleiter Thomas Schlickenrieder von der Post verwies auf die so genannte Mittelfristplanung des Konzerns und die guten wirtschaftlichen Zahlen des Unternehmens. So habe die Post trotz der Corona-Krise ihren Gewinn im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr sogar steigern können.

Die SPD-Fraktion ließ sich auch dadurch nicht für das Projekt begeistern. Sprecher Daniel Liebetruth zählte die aus seiner Sicht negativen Aspekte des Vorhabens auf: Arbeitsplätze werden wegfallen, die Halle ist viel zu groß, der Verkehr in Germering ist ohnehin schon überlastet. Sein Fazit: „Wir halten das für einen großen Fehler.“

Kritik kam auch aus dem Lager der Grünen. Agnes Dürr fasste ihre Vorbehalte so zusammen: „Arbeitsplätze und Gewerbesteuer stehen nicht im Verhältnis zu dem Preis, den Germering für das Vorhaben zahlt.“

Aus dem konservativen Lager kamen – wie bisher auch – überwiegend befürwortende Stimmen. Sonja Thiele (CSU), lange Zeit Geschäftsführerin des Sozialdienstes, verwies auf die gute soziale Infrastruktur der Stadt. Doch die koste jede Menge Geld. Die Gewerbesteuereinnahmen durch das Briefzentrum könne die Stadt daher gut gebrauchen.

Und Oberbürgermeister Andreas Haas (CSU) verwies noch einmal auf die zusätzlichen Arbeitsplätze, die in dem Briefverteilzentrum entstehen sollen. „Es muss unsere Aufgabe sein, den Menschen vor Ort Arbeit zu bieten.“

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