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Germering rechnet ab: Stadthalle und Stadtwerke müssen Geld zurück zahlen

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Von: Klaus Greif

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Das Rathaus in Germering.
Das Rathaus in Germering. (Archivfoto) © tb

Die Stadtverwaltung hat Budgetabrechnungen von der Stadthalle und den Stadtwerken vorgenommen. Fest steht, es gab im Jahr 2020 mehr Zuschüsse als benötigt.

Germering – Die Budgetabrechnungen der Eigenbetriebe Stadtwerke und Stadthalle sind an sich nur eine Art formeller Akt der Vergangenheitsbewältigung. Nach Feststellung des Jahresabschlusses durch einen Wirtschaftsprüfer ermittelt die Kämmerei, in welcher Höhe Verluste und Investitionen als Zuschuss ausgezahlt werden und wie hoch der Budgetvortrag für das jeweils nächste Jahr ist.

Die jetzt vorgelegten Abrechnungen des Jahres 2020 für die beiden Eigenbetriebe fielen aus Sicht der Stadt Germering jeweils positiv aus, wie Kämmerer René Mroncz im Hauptausschuss berichtete. Bei den Stadtwerken beträgt dies rund 429 000 Euro. Zieht man Lohnmehrkosten von 86  000 Euro, die nicht über das Budget abgedeckt werden müssen, ab, verbleiben noch 342 000 Euro. Diese Summe müssen die Stadtwerke allerdings an die Stadt zurückzahlen.

Zuschuss wäre gar nicht nötig gewesen

Zu diesem Ergebnis ist man laut Mroncz nur gekommen, weil der Hauptausschuss im Dezember 2020 eine Erhöhung der städtischen Zuschüsse an die Sparten Hallenbad und Freizeitzentrum in Höhe von 500 000 Euro beschlossen hat. Man ging damals davon aus, dass dies wegen des coronabedingten Besucherrückgangs und der Kosten, die die Pandemie verursacht, nötig sei. Ein Trugschluss, wie sich später herausstellte. Der Zuschuss wäre gar nicht notwendig gewesen.

CSU-Fraktionssprecher Oliver Simon meinte, dass es schwierig zu verstehen sei: „Wir pumpen 500 000 Euro rein, die nicht notwendig gewesen wären. Und dann fordern wir Geld zurück.“ Mroncz stimmte zu und meinte, dass das sicher ein kleiner Systemfehler der Budgetierung sei.

Ähnlich war es bei der Stadthalle. Auch hier ergab sich trotz Corona ein überraschend hohes positives Ergebnis von 100 000 Euro. 75 000 Euro müssen jetzt an die Stadt zurückbezahlt werden, der Rest kann als Budgetvortrag ins nächste Jahr übernommen werden.

Sepp Dürr (Grüne) fasste diese Zahlenspiele mit dem Satz zusammen: „Haushälterisch hat sich Corona in jedem Fall gelohnt.“ Kämmerer Mroncz antwortete darauf nur mit einem Schulterzucken. OB Haas konstatiert dies mit „Lassen wir das mal so stehen.“

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