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so voll ist der Amadeus-Saal in der Germeringer Stadthalle bei einer Bürgerversammlung eher selten.

Germering

Abt aus St. Ottilien beschert SPD ein volles Haus

  • vonHans Kürzl
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Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Amadeus-Saal der Germeringer Stadthalle. Der Andrang zum Neujahrsempfang der SPD war so groß, dass sogar einige Gäste vor der Tür bleiben mussten. Das lag aber wohl nicht nur an der Politprominenz der Sozialdemokraten, sondern am geistlichen Ehrengast.

Germering – Auf die Trennung zwischen Staat und Kirche wurde heuer bei dem Neujahrsempfang der SPD geflissentlich verzichtet. Denn die Sozialdemokraten hatten als Ehrengast den ehemaligen Abtprimas aus St. Ottilien Notker Wolf als Festredner eingeladen.

Der prominente Katholik, der früher auch als Rockmusiker auftrat, griff gleich das alles beherrschende Thema Klimaschutz auf. „Die junge Generation steht auf. Sie lässt sich nicht dreinreden, und das ist gut so“, sagte der Abt mit Blick auf die „Fridays-for-future“-Bewegung. Emotionen seien notwendig, um die Gedanken am Laufen zu halten, fuhr Wolf fort. Es brauche aber auch Personen, die diese in realistische Bahnen lenken. Deshalb ist die Forderung des Abts: „Sagt uns konkret, was ihr wollt.“ Nur so könne ein Diskurs zwischen den Generationen stattfinden. Querdenker seien dabei aber nicht verkehrt, betonte der 79-Jährige. Die Kirche und die Parteien brauchen sie, „um nicht zu erstarren“, wie der Abt hinzufügte. Ein Wink an die gastgebenden Sozialdemokraten. Man könne über Globalisierung und Digitalisierung gerne und viel diskutieren: „Aber Sie müssen sich als sogenannte Arbeiterpartei schon hinterfragen, welche Art von Arbeit wir in Zukunft haben werden.“ Nicht jeder sei gleich begabt, um hoch technisierte Arbeitsplätze auszuüben.

Dafür müsse man ein Gespür entwickeln, ebenso wie für internationale Konflikte. Es sei zu akzeptieren, wenn sich Völker selbst verwirklichen wollen. Dabei spielte der Abt auf die Situation im Nahen Osten an, „der ein Pulverfass bleiben wird“. Allerdings müsse man es, nach Ansicht Wolfs, beispielsweise dem Iran zugestehen, dass er nicht zum Vasallenstaat der USA werden möchte. „Das könnte man durchaus an Deutschland richten“, sagte der 79-Jährige.

Auf regionale Themen beschränkt blieben Oberbürgermeisterkandidat Johannes Landendinger und Landratskandidat Christoph Maier. Letzterer sprach davon, dass die S-Bahn als Hauptschlagader des Nahverkehrs gestärkt werden müsse. „Sie muss funktionieren“, betonte Maier. Landendinger brachte an dieser Stelle wieder die Idee mit der Seilbahn nach München ein. Die Sozialdemokraten können sich jedoch immer noch nicht mit der Idee vollends anfreunden. Ein Raunen ging an dieser Stelle durch den Saal.

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