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Alt gegen Jung: Mirko Cerpniak (l., Gröbenzell) und Maximilian Franke (Peiting) im Duell. 

Germering

Am Schachbrett spielt das Alter keine Rolle

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Knapp 200 Teilnehmer konnte der Schachklub Germering zu den Kreis-Meisterschaften in der Stadthalle begrüßen. Das machte den Verein genauso stolz wie der hohe Anteil an Jugendlichen.

Germering – Rund 50 Prozent der Teilnehmer bei den Meisterschaften des Schachkreises Zugspitze kommen aus dem Nachwuchsbereich. Auch bei den 32 heimischen Teilnehmern kommt diese Quote ziemlich genau hin. Und auch die rund 100 Mitglieder des Schachklubs (SK) Germering sind fast zur Hälfte Kinder und Jugendliche.

Einen Boom nennt das SK- Spielleiter Franz-Xaver Köhl noch nicht. Aber er ist mehr als zufrieden damit, dass Schach bei der Jugend einen so guten Zulauf hat. Viele Eltern würden ihre Kinder zum Verein schicken, „weil man hier mit dem Hirn anschiebt“. Über die charmante Umschreibung, dass Schach Kopfsache ist und strategisches Denken erfordert, muss Köhl selber ein wenig schmunzeln. Aber sie beschreibt am besten, warum Schach ankommt. „Jedenfalls haben wir keine Nachwuchssorgen“, freut sich Köhl.

Bei den Kreis-Meisterschaften, die der Qualifikation für die oberbayerischen Einzelmeisterschaft dienen, ist der jüngste Teilnehmer gerade mal fünf Jahre alt. Das aber ist nicht das typische Alter, in dem Kinder das erste Mal mit dem königlichen Spiel in Berührung kommen. SK-Jugendleiter Marc Marian erklärt: „Ideal ist der Einstieg ab etwa zweite Klasse Grundschule.“ Es sei bei diesem Sport eben hilfreich, wenn es mit dem Lesen von Zahlen, Buchstaben, Regeln und Spielen klappt.

Marian macht noch einen weiteren Trend aus. „Schach wird bei den Mädchen beliebter.“ Es gibt einen zeitlichen Zusammenhang mit dem Einstieg von Eveline Tokaji-Nagy, die eigens die Mädchen betreut. „Manche fühlen sich wohler, wenn sie unter sich sind,“ hat Marian beobachtet. Man merke es den Mädchen an, dass sie gelöster spielen, sich besser reinfinden.

Den Eltern und auch den Lehrkräften in den Schulen ist das recht. Marian spricht von positiven Rückmeldungen. Notenmäßig dürfe man keine Wunder erwarten. „Aber die Erfahrung zeigt, dass die Kinder beim Lernen und im Unterricht ruhiger sind“, sagt der Jugendleiter. Auch finanziell müsse man sich nicht übernehmen. Grob gesagt reiche ein Schachbrett, die Figuren, ein Tisch und ein geheizter Raum, erklärt Spielleiter Köhl.

Köhl hat bei den Meisterschaften alle Altersklassen im Blick. Dass von den Jugendlichen einige bereits in der Meisterklasse antreten, sei ein normales Bild. Nach ganz oben auf dem Treppchen hat es kein Germeringer geschafft. In der M 1 gelang das dem Gröbenzeller Walid Shahin und in der M 2 dem Windacher Axel Schmitt. Im Hauptturnier und bei den Frauen gewannen mit Piotr Krawczak und Erna Griebenow zwei Eichenauer. Von dort kam mit 81 Jahren auch der älteste Teilnehmer. In den Altersklassen der Jugend gewann der TV Tegernsee dreimal.

Mehr zum Schachklub

und zu den Meisterschaften im Internet unter www. schach-in-germering.de

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