Verheerende Lage in Spanien: Über 800 Corona-Tote an einem Tag - Militär bringt Leichen weg

Verheerende Lage in Spanien: Über 800 Corona-Tote an einem Tag - Militär bringt Leichen weg
+
Auf Einladung von FOS-Lehrerin Judith Liebsch sprach Ahmed Mansour über Antisemitismus.  

In Germering

Arabischer Israeli diskutiert mit Schülern

  • schließen

Ahmed Mansour ist Araber mit israelischem Pass. Vor Schülern in Germering wendete er sich gegen Vorurteile und Hass. Mansour bewegt sich dabei in zwei Welten.

Germering – „Die Juden waren meine Feinde. Die, die meinen Eltern die Felder weggenommen haben.“ Für Ahmed Mansour, der im arabischen Umfeld aufgewachsen ist, waren die Juden in der Jugendzeit Fremde. „Wer die Fremden nicht kennt, lernt sie mit der Zeit hassen.“ Als Junger hinterfrage man auch nicht in einer Gesellschaft, wo die Älteren die Richtung bestimmen.

Mit 18 Jahren ist der 1976 geborene Mansour nach Tel Aviv gekommen und hat bemerkt: „Ich bin nicht wie ein Fremder behandelt worden.“ Man habe ihm geholfen, sich an der Universität, wo er Psychologie studierte, zurechtzufinden. Man habe mit ihm auf Augenhöhe diskutiert.

Es war die Zeit, in der Mansour begonnen und gelernt hat, die jüdische ebenso wie die arabische Welt differenziert zu sehen. Man müsse sich von Vorurteilen befreien. Eine der Hauptbotschaften, die Mansour deshalb während der rund eineinhalb Stunden dauernden Veranstaltung in der Aula des Carl-Spitzweg-Gymnasiums immer wieder vertritt: „Es muss möglich sein, dass beide Welten zusammenleben können.“ Da bewahre er sich seinen Optimismus. Mansour stellt vor Gymnasiasten und Schülern der Fachoberschule (FOS) aber genauso klar: „Es gibt auf beiden Seiten immer wieder Kräfte, die genau das verhindern wollen.“

Antisemitismus ist das Thema, zu dem Mansour von Judith Liebsch, der Deutsch- und Geschichtslehrerin an der FOS, eingeladen wurde. Der 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz war der Anlass. Auch da hat Mansour eine klare Botschaft: „Es reicht nicht, nur an einem Tag zu gedenken.“ Er verbindet das mit Kritik am Geschichtsunterricht deutscher Schulen. „Die Inhalte sind vor 30 Jahren stecken geblieben.“

Man sehe alles immer noch zu sehr aus der Perspektive Deutschlands. „Man muss lehren, dass es nicht nur in Deutschland Antisemitismus gibt.“ Außerdem bestünden viele Facetten: rechts, links, und religiös bedingt. Das müsse auch Schülern mit Migrationshintergrund nahe gebracht werden.

Ob Kritik an Israel als Antisemitismus zu werten sei, will einer der Schüler wissen. „Nein, wenn es um Politik geht“, sagt Mansour. Er wirbt aber um Verständnis, warum das Militär in Israel so präsent ist. „Das hat mit der Geschichte zu tun, mit dem Holocaust. Israel will nicht von anderen abhängig sein.“ Die Armee biete den Menschen das Gefühl des Schutzes. Menschen würden sich deshalb selbst im krisengefährdeten Israel sicherer fühlen als aktuell in Deutschland. Zudem sei die Präsenz von Militär nicht automatisch mit Gewalt gleichzusetzen.

Was Mansour nirgends und von niemanden akzeptieren will: „Wir dürfen unsere Mitmenschen nicht abwerten.“ Es gelte, immer wieder gegen Schubladendenken anzugehen. Wer den anderen kenne, hasse ihn nicht.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bairisch-Kurs im Internet: So läuft Erwachsenenbildung jetzt
In Zeiten wie diesen müssen alle kreativ werden, so auch die Institutionen für Erwachsenenbildung. Präsenzkurse dürfen wegen Corona nicht mehr stattfinden. Das …
Bairisch-Kurs im Internet: So läuft Erwachsenenbildung jetzt
Kommunalwahl 2020 im Kreis Fürstenfeldbruck: Ergebnisse der Stichwahlen
Die Ergebnisse der Kommunalwahl 2020 im Landkreis Fürstenfeldbruck: Landrat, Bürgermeister, Gemeinderäte und Kreistag im Überblick.
Kommunalwahl 2020 im Kreis Fürstenfeldbruck: Ergebnisse der Stichwahlen
Schutzkleidung: Einrichtungen sehen Probleme beim Nachschub
Seit sich das Coronavirus ausbreitet, horten die Menschen Desinfektionsmittel und Schutzmasken. Für Altenheime, Sozialdienste und Krankenhäuser könnte das zum Problem …
Schutzkleidung: Einrichtungen sehen Probleme beim Nachschub
Elternkreis für behinderte Kinder muss Betreuungsdienst einstellen
Der Kreis Eltern behinderter Kinder Olching (EbK) hat seinen Familienentlastenden Dienst (FeD) nach 23 Jahren einstellen müssen.
Elternkreis für behinderte Kinder muss Betreuungsdienst einstellen

Kommentare