Dieses Foto zeigt die Gewinnerpaare des bislang letzten Turniers. Es fand am 26. Januar 2020 statt.
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Dieses Foto zeigt die Gewinnerpaare des bislang letzten Turniers. Es fand am 26. Januar 2020 statt.

Germering

Auch die Bridgespieler leiden am Lockdown

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Die Corona-Krise hat nicht nur Sportler hart getroffen. Auch Musik-, Freizeit-, Kultur- und andere Vereine leiden an den Kontaktbeschränkungen und dem verbot von Veranstaltungen. Der Merkur stellt sie in einer losen Serie vor. Heute: der Bridgeclub Germering

Germering – Viermal im Monat treffen sich die Mitglieder des Bridgeclubs Germering im Eugen-Papst-Saal der Stadthalle üblicherweise zu Turnier- und Übungsabenden. Doch in der Pandemie ist die Stadthalle geschlossen. Und auch sonst haben die Kartenspieler keine Lokalität. Das Vereinsleben ruht.

Bridge ist ein Kartenspiel, das aus dem britischen Spiel „Whist“ hervorgegangen ist. Die Ursprünge sind unklar. Eine Theorie besagt, dass Bridge von britischen Soldaten während des Krimkrieges Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden wurde. Heute erfreut sich das Spiel, bei dem die Spieler versuchen, eine zuvor beim Reizen angegebene Anzahl von Stichen zu erreichen, großer Beliebtheit – auch weil es Gehirn und logisches Denken fördert. Eigentlich genau die richtige Beschäftigung, wenn man in einer Pandemie zuhause sitzt.

Dennoch müssen die Mitglieder des Bridgeclubs Germering schon seit geraumer Zeit darauf verzichten. „Zuletzt haben wir im Oktober gespielt“, sagt die Vorsitzende Sabine Kunath. Genauer gesagt datiert der letzte Eintrag in der Turnierübersicht auf der Homepage vom 21. Oktober. Danach folgt der ernüchternde Eintrag: „kein Spielbetrieb ab 28.10.20 bis auf weiteres“. Der zweite Lockdown war in Kraft getreten und fügte den ohnehin schon lückenhaften Einträgen in der Übersicht eine weitere hinzu.

Schon als im Frühjahr 2020 das gesellschaftliche Leben erstmals heruntergefahren wurde, mussten die Bridgeclub-Mitglieder auf Reizen und Stechen verzichten. Vom 18. März bis 8. Juli fanden keine Turniere statt. Nach Schließung der Stadthalle waren die Bridgespieler zunächst auf eine Gaststätte ausgewichen. „Aber die haben jetzt ja auch zu“, sagt Kunath.

Dabei hatte die Vereinsvorsitzende noch ein ausführliches Hygienekonzept erstellt. Gespielt wurde mit Abstand und Maske, Desinfektionsmittel kam ebenso zum Einsatz wie Gumminhandschuhe. „Das hat alles der Verein zur Verfügung gestellt“, sagt Kunath. Dennoch seien die Mitglieder wegen des Coronavirus sehr vorsichtig gewesen, was laut Kunath wohl auch am hohen Altersschnitt im Verein lag. „Zu den letzten Turnieren kamen nur zwischen acht und zwölf Spieler.“

Aktuell hält die Vereinschefin telefonisch nur sporadischen Kontakt zu den Mitgliedern. „Man nimmt sich in einer solchen Situation eben zurück“, sagt sie. Kunath hofft aber, dass ab April wieder eine Lokalität für Spielabende zur Verfügung steht - wahrscheinlich wieder in einem Gasthaus. „Ich glaube nicht, dass die Stadthalle so schnell wieder aufmacht.“ Aber egal wo: Bei den künftigen Turnieren und Übungsrunden wird wieder mit Hygienekonzept gespielt.

Vereinssteckbrief

Gründungsjahr: 1989 in Fürstenfeldbruck; 1993 Umzug nach Germering mit Namensänderung

Mitglieder: 20

Kontakt: info@bridgeclub-germering.de

Internet: www.bridgeclub-germering.de

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