Überrascht vom Medienaufgebot präsentierten sich Helga und Kurt Klingseisen den vielen Journalisten vor ihrem Seniorenheim in Germering.
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Überrascht vom Medienaufgebot präsentierten sich Helga und Kurt Klingseisen den vielen Journalisten vor ihrem Seniorenheim in Germering.

88 Bewohner und zwei Mitarbeiter geimpft

Bayernweiter Auftakt: So lief der Impfstart in Germering

  • Tobias Gehre
    vonTobias Gehre
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Das Impfen gegen das Coronavirus hat begonnen. Der Startschuss fiel mit Gesundheitsministerin Melanie Huml in einem Seniorenheim in Germering. Dort wurden am Sonntag 88 Bewohner und zwei Mitarbeiter geimpft. Spätestens im Januar soll die Zahl der verfügbaren Impfdosen stark ansteigen.

  • Bayernweit haben die Imfpungen gegen das Coronavirus begonnen. Der Auftakt war in Germering.
  • Etliche Journalisten harrten am Sonntagvormittag vor dem Seniorenheim Curanum aus.
  • Nun setzt man auf baldigen Nachschub und mehr Dosen.

Germering – Ein kleiner Piks in den Oberarm, Blitzlichtgewitter der Fotografen, Applaus von den Pflegern: Helga und Kurt Klingseisen haben sich als erste Menschen im Landkreis gegen das Coronavirus impfen lassen. Die 83-Jährige und ihr 91-jähriger Mann standen die Prozedur im Seniorenheim Curanum tapfer durch – und präsentierten sich im Anschluss vor der Einrichtung den dutzenden Journalisten, die am Sonntagvormittag in der Kälte ausgeharrt hatten. Über den Rummel war das Paar dann doch ein wenig überrascht. „Das ist ein kleiner Piks und fertig“, sagte Helga Klingseisen.

Das Ehepaar, 86 weitere Bewohner des Curanum sowie die Leiterin und der Pflegedienstleiter wurden am Sonntag im Landkreis geimpft. Mehr war nicht drin. Es gibt einfach noch nicht genügend Impfstoff. Für den gesamten Freistaat standen am Sonntag lediglich rund 9750 Dosen des Vakzins der Hersteller Biontech und Pfizer zur Verfügung. Bald sollen es allerdings schon bedeutend mehr sein.

Gesundheitsministerin Melanie Huml war eigens zum Auftakt der Impfaktion nach Germering gekommen. Sie war optimistisch, dass es schon bald mehr Impfstoff gibt.

Mobile Teams aus dem Impfzentrum in Fürstenfeldbruck werden in den kommenden Tagen und Wochen immer wieder Seniorenheime ansteuern, um die Bewohner zu impfen, erklärt der ärztliche Leiter Matthias Skrzypczak. Auch Mitarbeiter von Kliniken, ambulanten Pflegediensten oder Dialysezentren sollen ebenfalls möglichst bald immunisiert werden.

Logistik der ersten Lieferung hat gut funktioniert

Die Logistik bei der ersten Lieferung des Impfstoffs habe gut funktioniert, berichtet Rainer Bertram, Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes, das das Impfzentrum betreibt. Das aktuell verfügbare Vakzin müsse bei etwa minus 70 Grad gelagert werden. Das passiert aber nicht im Landkreis, erklärt Bertram – sondern an einem geheimen Ort. Im Landkreis komme das Serum bereits aufgetaut an. Es müsse dann innerhalb von 120 Stunden verbraucht werden. Bertrams Fazit des ersten Impftags im Landkreis: „Es ist alles gut gelaufen.“

Auch Landrat Thomas Karmasin zeigte sich erleichtert. „Wir sind dankbar, ein bisschen Licht am Ende des Tunnels zu sehen“, sagte Karmasin, der ebenfalls nach Germering gekommen war. Der CSU-Landtagsabgeordnete Benjamin Miskowitsch sprach von einem guten Tag. „Ich bin froh, dass es endlich losgeht“, erklärte der Mammendorfer.

Hoffnung auf weitere Hersteller des Impfstoffes

Im Landratsamt Fürstenfeldbruck ist man zuversichtlich, dass bald schon mehr Impfungen pro Tag möglich sein werden. Das Impfzentrum im Fürstenfeldbrucker Stadtteil Buchenau ist auf 300 Immunisierungen pro Tag ausgelegt. Der Landkreis werde zunächst im Verhältnis zur Bevölkerungszahl mit Impfstoff versorgt, so die Kreisbehörde. Das Serum kommt vorerst ausschließlich von den Herstellern Biontech und Pfizer. „Sobald weitere Hersteller eine Zulassung für ihren Impfstoff erhalten haben, werden auch diese an den Landkreis ausgeliefert“, so das Landratsamt. Wann dies der Fall ist, könne man aber noch nicht genau sagen.

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