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Die Stadt hat wieder eine WC-Anlage am Bahnhof. 

Germering

Es gibt endlich wieder Klos am Bahnhof

  • Klaus Greif
    vonKlaus Greif
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Germering - Die Stadt hat endlich wieder ein Bahnhofsklo. Mit einem Knopfdruck ist gestern Punkt 14 Uhr die Anlage frei gegeben worden, die Hightech-Charakter hat. Die Kosten für die Anlage, die auf Bahngrund steht, übernimmt die Stadt.

Im Jahr 2006 hat die Bahn die Toiletten im Bahnhofsgebäude geschlossen und die Räume umfunktioniert. Seitdem gab es immer wieder Versuche der Stadt, den von den Bürgern beklagten Klo-Missstand zu beheben. Unter anderem wurde dies mit dem Projekt „Nette Toilette“ in Einrichtungen in Bahnhofsnähe versucht. Eine echte Lösung gelang aber erst, als die Stadt sich bereit erklärte, auf eigene Kosten auf Bahngrund eine WC-Anlage zu bezahlen und auch für den Unterhalt zu sorgen – die DB hatte sich nach langen Verhandlungen damit einverstanden erklärt.

Am Donnerstagnachmittag wurde die rund 240 000 Euro teure Anlage von OB Andreas offiziell in Betrieb genommen. Es handelt sich um ein Hightech-Modell einer Spezialfirma, bei dem Sicherheit und Sauberkeit eine große Rolle spielen. Das beginnt schon bei den Äußerlichkeiten. Das rund 20 Quadratmeter große Modul ist mit vandalismus-hemmenden blauen Glasplatten verkleidet, die auch heftigen Steinschlägen trotzen. Wie Sebastian Reichpietsch vom Bauamt erklärte, kann die Oberfläche auch reltiv einfach von möglichen Graffitis befreit werden.

Zwei robuste Stahltüren führen in die zwei Kabinen – eine für Männer, eine größere für Frauen sowie Menschen mit Behinderung. Die Türe der zweiten öffnet sich automatisch, wenn Rollstuhlfahrer einen dafür gebräuchliche Euro-WC-Schlüssel verwenden.

Die Toiletten selbst werden vollautomatisch betrieben. Die Klobrillen reinigen und desinfizieren sich sich nach jeder Benutzung selbst. En einem kleinen Edelstahl-Waschbecken befinden sich drei Köpfe, die wahlweise für Wasser, trocknende Luft oder Seifenlotion sorgen. Nach jeder zehnten Nutzung wird sogar der Boden der Kabinen mit Hilfe von Wasserdüsen von grobem Schmutz befreit. Zusätzlich wird die Anlage einmal am Tag noch von einer Firma sauber gemacht. Auch deswegen summiert sich der Unterhalt auf jährlich rund 30 000 Euro.

Die Toiletten können von 5 Uhr morgens bis um 24 Uhr kostenlos genutzt werden. Die fünf Stunden Schließzeit sind laut Stadtbaumeister Jürgen Thum auch aus Sicherheitsgründen eingerichtet worden. Es sollte jeder Anreiz vermieden werden, in den Kabinen irgendetwas Unvernünftiges anzustellen.

Das Klo-Häuschen sieht von außen fast wie ein futuristisches Wohn-Modul aus, das Außerirdische hier abgesetzt haben. Dazu tragen auch zwei antennenartige Gebilde auf dem Dach bei. Dabei handelt es sich aber lediglich um Blitzableiter, erklärt Bauamtsvertreter Reichpietsch.

Das direkt benachbarte alte Betriebsgebäude der Bahn bildet dazu rein optisch schon einen größtmöglichen Kontrast. Das Dach ist zwar kürzlich neu gedeckt worden, wei es auch vom Pfingsthagel des Vorjahres betroffen war. Die Fassade macht aber einen sehr heruntergekommen Eindruck. Die Bahn habe aber versprochen, sie neu zu streichen, berichtete Reichpietsch.

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