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Radler sollen in Zukunft über den Hochrainweg in das neue Wohn- und Gewerbegebiet gelangen. (Symbolbild)

Der Bebauungsplan steht

So kommen die Radler ins Neubaugebiet

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Das neue Wohn- und Gewerbegebiet an der Augsburger Straße soll über den Hochrainweg für Radfahrer erschlossen werden. Er soll entsprechend ausgebaut werden.

Germering – Der Bebauungsplan für den Bereich zwischen der Augsburger- und Köhlerstraße sowie dem Hochrainweg steht. Der Stadtrat hat ihn jetzt ebenso einstimmig wie die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen. Der Ansiedlung eines dreiteiligen Gewerbegebiets und eines zweiteiligen Wohngebiets für rund 350 Menschen steht damit nichts mehr im Weg.

Gefordert wurde ein beidseitiger Radweg

Im Stadtrat wurden jetzt auch die zwei Punkte geklärt, die bei der Vorberatung im Planungsausschuss noch strittig waren. Dabei handelte es sich zum einen um eine vom Bund Naturschutz (BN) angeregte geänderte Liste der heimischen Pflanzen, die im Gebiet erlaubt sind. Die Anregung wurde übernommen, obwohl aus Sicht von Stadtbaumeister Jürgen Thum auch der ursprüngliche Vorschlag der Stadt den Vorgaben entsprochen habe.

Zum anderen ging es um die Erschließung der neuen Siedlung für Radfahrer. Der Umweltbeirat hatte gefordert, die geplante neue Straße, die ins Gewerbegebiet Nord führt, mit einem beidseitigen Radweg auszustatten. Die Stadt hatte dies nicht umgesetzt, weil der Radweg im Germeringer Norden im Nichts enden würde – er trifft auf die Emmy-Nöther-Straße, die wie alle anderen Straße im Gewerbegebiet ohne Radwege gebaut worden ist.

Sinnvoll wäre der Ausbau des Hochrainwegs

Stadtbaumeister Thum wiederholte dieses Argument jetzt. Der städtische Fahrradbeauftragte Thomas Wieser habe die Planungen von Anfang an begleitet. Auch er halte es für nicht zielführend, einen Fahrradweg zu bauen, dessen Weiterführung nicht gesichert sei. Ein Radweg ist Wieser zufolge auch nicht notwendig, weil im Neubaugebiet flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden soll – in 30er-Zonen darf kein benutzungspflichtiger Radweg ausgeschildert werden.

Aus Sicht von Wieser wäre es deswegen sinnvoller, den Hochrainweg für Radfahrer auszubauen. Der Weg mündet auf dem Radweg entlang der Spange, der mittlerweile ohne Unterbrechung bis zur Landsberger Straße verläuft. Sollte sich laut Stadtbaumeister Thum später herausstellen, dass ein Radweg auf der neuen Erschließungsstraße doch erforderlich sei, könne man das Problem immer noch lösen. Auf der Zehn-Meter-Fahrbahn könnten Fahrrad-Streifen markiert werden. Dies hätte nur zur Folge, dass die geplanten Stellplätze entlang der Straße reduziert werden müssten.

Man sollte schon vorher an die Fahrradstraßen denken

Die Stadträte folgten dem Vorschlag letztlich einstimmig. Lediglich Wolfgang Andre (CSU) war mit der Lösung nicht so ganz einverstanden. Die Tatsache, dass eine zehn Meter breite Straße gebaut werde, ohne an den Fahrradverkehr zu denken, sei auch vom Runden Tisch Radverkehr sehr kritisch gesehen worden. Man müsse künftig bei Planungen die jeweiligen Gebiete auch aus der Sicht von Radlern betrachten: „Wir müssen neue Wege finden, um für den Radverkehr ordentliche Lösungen zu finden.“

Barbara Hagmann (Grüne) war der Ansicht, dass man künftig bewusst mehr Fahrradstraßen von Beginn an vorsehen müsste. Dann spare man sich hinterher die Diskussionen mit den Anwohnern. Ein benachbarter Ort mache vor, wie das geht – gemeint war Puchheim.

Weitere Neuigkeiten aus dem Germeringer Stadtrat: Die Stadt hat jetzt eine Satzung für die Unterbringung von Obdachlosen. Und der Hagelschaden am Hallenbad kostet rund eine Million Euro.

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