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In diesem Haus hat sich das unfassbare Verbrechen ereignet.

64-Jähriger tötet Nachbarin

Axt-Mord von Germering - Opfer hatte böse Vorahnung - Urteil gefallen

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Ein 64-Jähriger hat seine Nachbarin mit einer Axt, einem Seil und einem Messer ermordet: Im Prozess um den Axtmord von Germering ist nun das Urteil gefallen. 

Update 12. April 2019: Weil er seine Nachbarin mit einer Axt, einem Seil und einem Messer ermordet hat, wird ein 64-Jähriger in eine Psychiatrie eingewiesen. Das Landgericht München II urteilte am Freitag, der Mann habe eine krankhaft seelischen Störung. Seine Schuldfähigkeit sei „erheblich eingeschränkt“, sagte der Richter. Der Angeklagte werde zunächst für unbestimmte Zeit in einer Psychiatrie untergebracht. Sollte die Behandlung frühzeitig beendet werden, müsse er den Rest seiner Haftstrafe von 13 Jahren im Gefängnis absitzen. Seine Verteidigerin kündigte an, keine Revision einzulegen. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

Der Deutsche hatte die Tat zum Prozessauftakt am Montag gestanden. In der Verhandlung hatte er angegeben, am Tag der Tat „Wut auf die Welt“ verspürt zu haben. Daraufhin habe er sich entschlossen, die nächste Person umzubringen, die ihm begegnet. Nach dem Mord der Nachbarin in deren Wohnung rief der Mann die Polizei und ließ sich festnehmen. Seit einem Schlaganfall vor etwa sechs Jahren leidet der Mann nach eigener Aussage an wiederkehrenden Tötungsfantasien. dpa

Axt-Mord von Germering - Opfer hatte böse Vorahnung: „Irgendwann haut der mich um“

Update 9. April 2019: Demnach lebte die 77-jährige Edith H. in Angst vor ihrem Nachbarn (64), dem Angeklagten. „Mäuschen, irgendwann haut der mich um“, soll sie eines Tages zu einer guten Bekannten aus Rosenheim gesagt haben. Die 42-Jährige sagte am Dienstag als Zeugin vor dem Landgericht München II aus. Edith H. war im Mai 2018 von ihrem Nachbarn mit der Axt auf bestialische Weise erschlagen worden. Einen Grund gab es nicht. Der Täter, ein 64-jähriger psychisch kranker Mann, hatte den Zwang in sich gespürt, einen Menschen zu töten. 

Im Treppenhaus traf er auf Edith H.. Sie wollte gerade los, um ein Taufgeschenk für die Nichte ihrer Bekannten zu kaufen. Da zertrümmerte ihr Peter S. hinterrücks den Schädel. „Ich mache mir selber solche Vorwürfe“, sagte die Zeugin und kämpfte mit den Tränen. „Das müssen Sie nicht“, beruhigte sie der Vorsitzende Richter Thomas Bott sie. Das Opfer war für die Rosenheimerin ein Art Oma-Ersatz gewesen. Die Frau hatte die Seniorin durch ein Busunternehmen kennengelernt, das ihre Tochter täglich von Rosenheim nach München in ein Blindeninstitut brachte. Edith H. fuhr als Busbegleitung mit. Die beiden Frauen freundeten sich an. Sie telefonierten zweimal täglich. 

Am Tattag versuchte die 42-Jährige vergeblich, die Germeringer zu erreichen. Sie hatte sie nie besuchen dürfen, erfuhr erst durch die Polizei, dass die Seniorin in einer „messi-artigen“ Wohnung gelebt hatte. Sie selber wollte die ältere Dame nach Rosenheim holen, damit sie mit ihr und ihrer Tochter zusammenleben würde. Doch so weit war es nicht mehr gekommen. Über ihren späteren Mörder hatte sich die 77-Jährige mehrmals beklagt. 

Axt-Mord von Germering: Opfer schien drohendes Unheil zu ahnen

Er saugte nachts Staub, polterte herum, hatte Alkoholprobleme und soll sie auch angeschrien haben. Geärgert hatte sie sich aber auch über ihren Vermieter. Den wollte sie anzeigen, weil sie ihn beschuldigte, dass er auf ihren Balkon geklettert war und durch die Scheibe geschaut hatte. Tatsächlich hatte der Vermieter am Balkon eine Lampe angebracht, wie er selber als Zeuge aussagte. Der 55-Jährige hatte sich am Tattag gewundert, dass in den Nachmittagsstunden des Tattags die Rollos geschlossen waren. 

Aufgrund der Aussage des Täters ist bekannt, dass der 64-Jährige versucht hatte, sich zu beruhigen und den aufkeimenden Wutanfall zu unterdrücken. Doch dann war er mit der Axt losgezogen. Nach der Tat hatte er die Polizei per Notruf alarmiert. Als die Beamten eintrafen erklärte er, dass irgendetwas in seinem Hirn kaputt sei und er unbedingt eingesperrt werden müsse, damit so etwas nicht noch einmal passieren könne. Der Prozess dauert an.

Auch im Kreis Osnabrück schließen die Ermittler eine Gewalttat nicht aus: Ein Mann erlag seinen schweren Verletzungen - und die Ermittler haben einen schrecklichen Verdacht, wie nordbuzz.de* berichtet

“Weg mit ihr!“ - Axt-Mörder von Germering spricht von seinen kranken Gewaltfantasien

Update 8. April 2019,: Das Bedürfnis quälte ihn schon lange. Er wollte irgend etwas machen, das Terror ist. Im Mai 2018 passierte es dann. Mit einer Axt erschlug ein 64-jähriger Hausmeister seine Nachbarin (77). Sie war die einzige im Haus gewesen, mit der er noch öfter gesprochen hatte. Am Montag begann sein Prozess.

Die Anklageschrift war nichts für schwache Nerven. Was die Staatsanwältin vor dem Landgericht München II vortrug, erinnerte an ein Gemetzel aus einem Horrorfilm. Mit einem Beil hatte der 64-Jährige hinterrücks auf seine ahnungslose Nachbarin eingedroschen, dann zog er sie in ihre eigene Wohnung, schlug noch einmal zu, bevor er sie mit einem Abschleppseil zu erwürgen versuchte.

Doch weil die 77-Jährige angeblich immer noch jammerte, hieb er die Axt tief in den Schädel, bis auf die Gehirnmasse. Schließlich holte er ein Messer und stach es dreimal mit voller Kraft in den Brustbereich – bis kein Pulsschlag mehr zu fühlen war. Dann ging er hoch in seine Wohnung, um sich zu beruhigen. Anschließend rief er die Polizei und machte eine Selbstanzeige. „Ich konnte doch die Leiche nicht tagelang dort liegen lassen“, argumentierte er vor Gericht. Von genau diesem Mord-Szenario hatte er oft geträumt. 

Das Motiv war unklar. Wann immer der gebürtige Ostdeutsche mit seinem Auto in der Stadt an einer Kreuzung halten musste, hätte er am liebsten alle Fußgänger umgefahren. „Bei einer alten Oma mit einem Stock habe ich gedacht, was will die da, weg mit ihr“, gestand er. In Ortschaften habe er sich stets zurückhalten müssen, nicht in Fußgängergruppen zu rasen. Diese „Wutausbrüche“, führte der Mann auf einen Schlaganfall im November 2013 zurück. Seitdem war er anders geworden. Im Juli 2014 versuchte er mit einem Messer eine Bank in Germering zu überfallen, scheiterte aber an einem resoluten Bankangestellten. 

In diesem Haus hat sich das unfassbare Verbrechen ereignet.

Das Amtsgericht Fürstenfeldbruck sprach ihn der Nötigung schuldig. Er selber kam in die Psychiatrie. Dort befindet er sich auch heute noch – und es geht ihm gut. „Ich bin von der ganzen Welt weggesperrt, und wenn mal etwas passiert, dann ist sofort ein Arzt da“, erklärte er. Aber auch in der Psychiatrie kamen seine Amok-Gedanken immer wieder hoch. Das Personal hätte er dann am liebsten „verprügelt, erschossen, aufgehängt“, doch dank der Medikamente sei es nie zu einer Eskalation gekommen. Der Prozess dauert an.

Bluttat in Germing: Mann erschlägt Nachbarin mit Axt

Update 4. Mai 2018, 11.22 Uhr: Nach dem Tötungsdelikt von Germering ist der mutmaßliche Täter in die Psychiatrie eingewiesen worden. Der 63-Jährige, ein Nachbar des Opfers, hatte nach der Tat am Mittwoch die Beamten verständigt und sich selbst angezeigt. Er sei „psychisch auffällig“, teilten die Ermittler am Freitag mit.

Germering – Ein großer Blutfleck auf dem Teppich vor der Wohnungstür von Edith H. im ersten Stock zeugt von dem schrecklichen Verbrechen. Die Tür ist polizeilich versiegelt, Maßbänder der Spurensicherung kleben an Wand und Boden. Mit brutaler Gewalt wurde H. an dieser Stelle grausam niedergemetzelt. Dringend tatverdächtig ist ihr Nachbar Peter S.. Er stellte sich nach dem Verbrechen am Mittwochabend freiwillig der Polizei. 

Blutflecken und Polizei-Absperrband zeugen im Treppenhaus von dem Mord.

Am Tag danach herrscht in dem von hohen Bäumen umgebenen Mehrfamilienhaus an der Landsberger Straße noch immer Fassungslosigkeit. Eine Nachbarin berichtet von einer gespenstischen Begegnung mit dem Tatverdächtigen am Dienstagabend. „Ich habe ihn im Treppenhaus getroffen – mit einer großen Axt in der Hand und einem Blick, dass es einen erschaudern lässt.“ Auf die Frage, was er mit dem Werkzeug vorhabe, habe der 63-Jährige. nur geantwortet: „Die Wohnung renovieren.“ Sicher sei ihr das komisch vorgekommen. Doch der Mann habe öfters getrunken und seltsame Sachen von sich gegeben. Dass ihr Nachbar zum Mörder werden könnte – daran habe sie nicht im Traum gedacht. 

Zwischen Täter und Opfer habe es öfters Streit gegeben. Immer wieder habe sich die Rentnerin beschwert, wenn der über ihr wohnende S. laut wurde. „Sie hat ihm immer die Meinung gesagt“, so die Nachbarin. Was letztlich der Auslöser für die brutale Tat war, ist laut Kriminalpolizei noch unklar. Aus den Berichten der Nachbarn ergibt sich allerdings ein Bild: Demnach habe S. vor Jahren einen Schlaganfall erlitten. Es folgten Probleme im Job des Gärtners und finanzielle Engpässe. Daher habe er sich immer öfter in den Alkohol geflüchtet. Vor einigen Wochen habe es dann den nächsten Tiefschlag gegeben: Weil er die Miete nicht mehr habe zahlen können, sei ihm die Wohnung fristlos gekündigt worden. 

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War das der Auslöser für die Bluttat? Hat S. angenommen, die Wohnung sei ihm wegen der Beschwerden seiner Nachbarin gekündigt worden? Die Kriminalpolizei möchte das nicht bestätigen. Ein Sprecher erklärt auf Nachfrage, dass das Opfer eher zufällig ausgewählt worden sei. „Der Tatverdächtige hat völlig überraschend für das Opfer mit einem Beil zugeschlagen“, so der Sprecher. Polizeilich in Erscheinung getreten ist S. vor einigen Jahren schon einmal – wegen Raubes. Weil der 63-Jährige psychisch auffällig sei, habe die Staatsanwaltschaft die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung beantragt.

Auch schrecklich: Streit eskaliert! Männer verletzen sich mit Axt und Messer schwer - einer hat Granaten-Attrappe dabei

tog/wal

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